Donald Trump | Bildquelle: AP

Trumps Aussagen in Helsinki Versuch einer Schadensbegrenzung

Stand: 18.07.2018 07:39 Uhr

Trump will sich nur versprochen haben in Helsinki - das beteuert er nach heftiger Kritik an seinen Aussagen zur russischen Einmischung in den US-Wahlkampf. Die Rolle rückwärts überzeugt selbst nicht alle Republikaner.

Von Katrin Brand, ARD-Studio Washington

Chris Stewart von den Republikanern versuchte es gestern mit einer Liebeserklärung: Er liebe diesen Präsidenten, er unterstütze seine Politik - aber Trump habe einfach falsch gelegen, sagte der Abgeordnete aus Utah bei CNN. Und wenn Trump das Ganze ausräumen wolle, dann brauche er einen ziemlich großen Besen.

Ein fehlendes "nicht" soll alles erklären

Der US-Präsident nahm nicht den großen Besen, sondern eher einen Handfeger, um den Schlamassel zu beseitigen, den er bei seiner Pressekonferenz am Montag in Helsinki angerichtet hatte: Es sei alles ein Missverständnis gewesen, behauptete er. Erst als er die Mitschrift der Pressekonferenz gelesen habe, sei ihm das aufgefallen. In einem Schlüsselsatz habe er "sollte" und "sollte nicht" verwechselt.

Gesagt hatte er: Er sehe keinen Grund, warum es Russland gewesen sein sollte. Der Satz habe aber richtig lauten müssen: Er sehe keinen Grund, warum es Russland nicht gewesen sein sollte. Und damit sind die Hackerangriffe auf die demokratische Partei vor der Wahl 2016 gemeint.

US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin bei der Pressekonferenz in Helsinki | Bildquelle: AFP
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In der gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin hatte Trump Zweifel an den Erkenntnissen der US-Geheimdienste zur russischen Einmischung in den US-Wahlkampf angemeldet.

Er akzeptiere die Erkenntnisse seiner Geheimdienste, dass sich Russland in diese Wahl eingemischt habe, meinte Trump weiter, fügte aber hinzu, es könnten auch andere Leute gewesen sein. Für die Zukunft versprach er, alles in seiner Macht stehende zu tun, um zu verhindern, dass Russland sich dieses Jahr einmischt.

Freundlicher zu Putin als zur NATO

Andere Behauptungen und Eindrücke korrigierte er indes nicht - dass er etwa den russischen Präsidenten freundlicher behandelt hatte als seine Verbündeten von der NATO. Dazu fühlten sich andere verpflichtet. Paul Ryan etwa, Republikaner und Sprecher des Abgeordnetenhauses, stellt klar, Putin teile weder die Interessen noch die Werte Amerikas.

Und Mitch McConnell, der Chef der Republikaner im Senat, wandte sich mit einem sehr einfachen Satz an die Europäer: "Wir glauben, die Länder der europäischen Union sind unsere Freunde und nicht die Russen." Das gelte im übrigen für Republikaner und Demokraten.

Chuck Schumer | Bildquelle: JIM LO SCALZO/EPA-EFE/REX/Shutte
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Schumer, Chef der Demokraten im Senat, forderte eine öffentliche Aussage von Trumps Sicherheitsteam.

Demokraten mit Erklärung unzufrieden

Letztere waren mit Trumps Versuch der Schadensbegrenzung heute erwartbar unzufrieden. Die Erklärung komme zu spät und am falschen Ort, meinte Chuck Schumer, der Chef der Demokraten im Senat. Trump hätte das alles Putin ins Gesicht sagen sollen. Um zu erfahren,was die beiden hinter verschlossenen Türen besprochen hätten, forderte Schumer, Trumps Sicherheitsteam und alle anderen Beteiligten sollten öffentlich aussagen.

Außenminister Mike Pompeo, soviel steht schon fest, soll nächste Woche vom Auswärtigen Ausschuss des Senates befragt werden. Die Angelegenheit ist also noch lange nicht zu Ende.

Trump korrigiert sich - aber die Debatte geht weiter

18.07.2018 08:46 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Juli 2018 um 04:57 Uhr.

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