Donald Trump | Bildquelle: AP

Reaktionen auf Trumps Klimapolitik "Eine wahnsinnige Entscheidung"

Stand: 02.06.2017 12:45 Uhr

Bei einem Großteil der US-Wirtschaft sorgt die Entscheidung Trumps, den Klimavertrag hinzuschmeißen, für Kopfschütteln. Von Demokraten geführte Staaten planen nun eine eigene Allianz, um die Ziele des Abkommens durchzusetzen. In seiner eigenen Partei wird dagegen gejubelt.

Tesla-Gründer Elon Musk hat die Nase voll. Aus Protest gegen den von US-Präsident Donald Trump angekündigten Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen zieht er sich aus Beratergremien der US-Regierung zurück. "Der Klimawandel ist real. Paris zu verlassen, ist weder gut für Amerika noch für die Welt", twitterte Musk kurz nach Trumps Ankündigung. Musk gehört zu den wenigen Spitzenmanagern der Hightech-Branche, die mit Trump zusammenarbeiteten.

Elon Musk @elonmusk
Am departing presidential councils. Climate change is real. Leaving Paris is not good for America or the world.

Auch Disney-Chef Robert Iger will die US-Regierung nicht weiter beraten - "aus Prinzip", twitterte er.

Robert Iger @RobertIger
As a matter of principle, I've resigned from the President's Council over the #ParisAgreement withdrawal.

Massive Kritik an Trumps Klimapolitik
tagesschau 20:00 Uhr, 02.06.2017, Matthias Deiß, ARD Berlin

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Iger und Musk sind mit ihrer Kritik nicht allein. Viele andere große US-Konzerne äußerten sich enttäuscht über Trumps Entscheidung und kündigten an, sich weiter im Kampf gegen den Klimawandel zu engagieren. Es sei nun an der Industrie, voranzugehen "und nicht von der Regierung abhängig zu sein", schrieb General-Electric-Chef Jeff Immelt auf Twitter.

Selbst Unternehmen wie die die Ölkonzerne Chevron und ExxonMobil, die vermeintlich von Trumps Entscheidung profitieren könnten, bekräftigten ihre Unterstützung für das Pariser Klimaabkommen. Chevron unterstütze das Abkommen, weil es der erste Schritt zu einem weltumspannenden Regelwerk sei, sagte eine Sprecherin. Ein Exxon-Sprecher sagte, das Paris-Abkommen sei vor allem mit Blick auf den steigenden Kohlendioxid-Ausstoß Chinas und Indiens "unerlässlich".

Kritik aus der Finanzbranche

Der Autobauer General Motors erklärte, die Entscheidung des Weißen Hauses werde sein "Engagement für die Umwelt" und seine "Haltung zum Klimawandel" nicht verändern. "Abseits von internationalen Vereinbarungen halten wir daran fest, eine bessere Umwelt zu schaffen".

Der Chef der US-Investmentbank Goldman Sachs, Lloyd Blankfein, nannte die Entscheidung einen "Rückschlag" für die Umwelt und die globale Führungsrolle der USA.

Lloyd Blankfein @lloydblankfein
Today's decision is a setback for the environment and for the U.S.'s leadership position in the world. #ParisAgreement

Auch der IT-Industrierat, dem unter anderem Apple, Ebay und Yahoo angehören, erklärte, die Technologiebranche werde weiter Innovationen und Problemlösungen für die "Gefahren" durch den Klimawandel entwickeln und mit sauberen Energiequellen "Jobs schaffen und unsere Wirtschaft stärken". Die Managervereinigung Business Roundtable, der die Chefs von großen US-Konzernen angehören, erklärte, seine Mitglieder seien schon lange davon überzeugt, dass die Folgen der Erderwärmung "schwerwiegend und weitreichend" sein könnten. Während es also aus den meisten US-Unternehmen Kritik hagelte, begrüßte einzig die Kohleindustrie den Schritt.

Gegen die "linksgerichtete Ideologie"

Unterstützung erhielt Trump von seiner eigenen Partei. Trump stelle mit dem Ausstieg Familien und Jobs vor die "linksgerichtete Ideologie" und sollte gelobt werden, sagte der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell.

Der Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, erklärte, das Abkommen sei schlichtweg ein schlechter Deal für Amerika gewesen. Der mutige Schritt Trumps zeige, dass die USA nicht an Abkommen der Vorgängerregierung unter Barack Obama gebunden seien, die unrealistische Emissionsziele setzten und Milliarden an US-Steuergeldern verwendeten, sagte der Justizminister von Texas, Ken Paxton.

Die Demokraten zeigten sich indes empört. Das sei einer der schlimmsten politischen Schritte des 21. Jahrhunderts, sagte der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer.

"Abartiges Verhalten vonseiten des höchsten Amts"

Eine Gruppe demokratischer Gouverneure appellierte an die US-Staaten, Vorgaben und Ziele des Klimaabkommens unabhängig von Trumps Entscheidung weiterhin durchzusetzen. Die Entscheidung Trumps sei "wahnsinnig", sagte der Gouverneur von Kalifornien, Jerry Brown. Er kritisierte den Schritt als "abartiges Verhalten vonseiten des höchsten Amts" in den USA. Kalifornien mit seinen allein 40 Millionen Einwohnern engagiert sich seit Jahren im Klimaschutz. 2016 verabschiedete der Bundesstaat ein Gesetz mit den USA-weit strengsten Treibhausgasauflagen.

One World Trade Center mit grüner Spitze | Bildquelle: AFP
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New Yorks Gouverneur Cuomo veranlasste, dass die Spitze des One World Trade Center grün leuchtet - als Zeichen für den Klimaschutz.

Der Gouverneur von Washington, Jay Inslee, kündigte an, gemeinsam mit Kalifornien würden die Bundesstaaten Washington und New York eine Koalition namens United States Climate Alliance bilden. Diese werde Staaten aufnehmen, die weiterhin das Pariser Abkommen umsetzen wollen. Washington, New York und Kalifornien sind bereits Teil eines internationalen Pakts von Staaten und Städten zur Reduzierung von Treibhausgasen.

Mit der Gründung der Allianz stellten sie sich nun direkt gegen eine Entscheidung der US-Regierung. "Wir Gouverneure werden jetzt ins Cockpit steigen. Wenn der Präsident das Flugzeug am Boden halten will, fliegen wir es stattdessen", sagte Inslee. Die Gouverneure von Connecticut und Virginia zeigten sich bereits interessiert, der Allianz beizutreten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. Juni 2017 um 12:00 Uhr.

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