US-Bürger verfolgen das erste TV-Duell zwischen Trump und Biden | Bildquelle: AFP

Vor zweitem TV-Duell Trump will keine strengeren Regeln

Stand: 01.10.2020 23:15 Uhr

Das erste TV-Duell zwischen US-Präsident Trump und Herausforderer Biden verlief chaotisch. Schnell wurde über neue Konzepte nachgedacht. Doch Trump will Änderungen vor dem zweiten Aufeinandertreffen nicht akzeptieren.

Nach dem ersten Fernseh-Duell zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden lagen nicht nur bei Moderator Chris Wallace die Nerven blank. Dem erfahrenen Fernsehmann war es nicht gelungen, die beiden Rivalen zu bändigen. Schon am Tag danach entbrannte eine Debatte über Änderungen bei den noch folgenden zwei TV-Duellen.

Trump hat jedoch jetzt angekündigt, dass er andere Regeln keinesfalls akzeptieren werde. "Warum sollte ich der Debatten-Kommission erlauben, die Regeln für die zweite und dritte Debatte zu ändern, wenn ich die erste so leicht gewonnen habe?", schrieb der Republikaner auf Twitter. Auch der Sprecher von Trumps Wahlkampfteam, Tim Murtaugh, ist gegen Änderungen. "Präsident Trump war die dominierende Kraft, und jetzt versucht Joe Biden, die Schiedsrichter zu bearbeiten. Sie sollten nicht mitten im Spiel die Torpfosten versetzen und die Regeln ändern", teilte er mit.

Chaotische erste Debatte

Die für die Organisation der Präsidentschaftsdebatten zuständige Kommission hatte am Mittwoch angekündigt, die Regeln verschärfen zu wollen. Geplant seien "zusätzliche Instrumente, um die Ordnung aufrecht zu erhalten". Der Ablauf habe deutlich gemacht, "dass das Format der verbliebenen Debatten zusätzliche Struktur braucht, um eine geregeltere Diskussion über die Themen sicherzustellen."

Das erste Fernsehduell des republikanischen Amtsinhabers und seines demokratischen Rivalen am Dienstagabend war höchst chaotisch verlaufen: Trump unterbrach Biden ständig und ließ sich auch von Moderator Wallace nicht davon abbringen. Eine richtige Diskussion kam über weite Teile des Abends nicht zustande. Wallace zeigte sich später frustriert über den Verlauf der Debatte: "Ich bin ein Profi. Ich habe noch nie so etwas durchgemacht", sagte der Journalist des konservativen Nachrichtensenders Fox News der "New York Times". Allerdings sprach er sich dagegen aus, dass der Moderator den Kandidaten das Mikrofon abdrehen darf. "Praktisch hätte der Präsident, selbst wenn sein Mikrofon abgeschaltet gewesen wäre, weiterhin unterbrechen können", sagte er drr Zeitung.

Nächstes Aufeinandertreffen am 15. Oktober

Während Umfragen Biden als Sieger des ersten Fernsehduells sehen, sagte Trump wiederholt, er habe die Debatte gewonnen. Die zweite TV-Debatte der Präsidentschaftskandidaten ist am 15. Oktober geplant, die dritte am 22. Oktober. Bereits am kommenden Mittwoch treten die Vize-Kandidaten Mike Pence und Kamala Harris gegeneinander an.

In Umfragen für die Wahl am 3. November liegt Trump derzeit zurück. Für ihn ist es deswegen besonders wichtig, bei den Fernsehduellen gegen Biden zu punkten. Die Regeln für die Debatten werden von der zuständigen Kommission in Abstimmung mit den Wahlkampfteams getroffen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Oktober 2020 um 03:00 Uhr in den Nachrichten.

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