US-Präsident Trump. | Bildquelle: dpa

Offensive in Syrien Trump verhängt Sanktionen gegen Türkei

Stand: 14.10.2019 22:51 Uhr

Wegen der türkischen Offensive in Syrien hat US-Präsident Trump Sanktionen gegen die Türkei angekündigt. Die Zölle auf Stahlimporte aus dem Land sollten auf 50 Prozent angehoben werden. Zudem würden Handelsgespräche beendet.

Nach dem türkischen Einmarsch in Syrien hat US-Präsident Donald Trump Sanktionen gegen die Türkei angekündigt. In einer Mitteilung hieß es, unter anderem würden wegen der "destabilisierenden Handlungen der Türkei in Nordost-Syrien" Strafzölle auf Stahlimporte aus der Türkei auf 50 Prozent angehoben.

Zudem werde die US-Regierung umgehend Verhandlungen über ein Handelsabkommen abbrechen. Derzeitige und frühere Regierungsmitglieder der Türkei sowie alle Personen, die zu den Handlungen der Türkei im Nordosten Syriens beitragen, könnten mit Sanktionen belegt werden.

Trump erklärte, die Militäroffensive gefährde Zivilisten und Frieden, Sicherheit und Stabilität in der Region. Die Türkei dürfe die erzielten Erfolge im Kampf gegen den IS nicht gefährden.

USA machen Weg frei für türkischen Einmarsch

Die US-Regierung hatte die Türkei bereits vergangene Woche zum Abbruch der seit Mittwoch laufenden Militäroffensive gegen die kurdische YPG-Miliz aufgefordert. Dabei hatte das Weiße Haus kurz vor Beginn der Offensive mit dem Abzug von US-Truppen aus der Region faktisch den Weg dafür frei gemacht - wofür es auch in den USA viel Kritik auch aus den eigenen Reihen bekam. Nun erklärte Trump, die 1000 bislang in Nordsyrien stationierten US-Soldaten würden allesamt von dort abgezogen, aber in der Region bleiben, um eine Rückkehr der Terrormiliz "Islamischer Staat" zu verhindern. Ihr Auftrag sei, die Lage zu beobachten.

Die türkische Regierung hatte sich von Sanktionsandrohungen unbeeindruckt gezeigt. Wer glaube, die Türkei werde wegen Wirtschaftssanktionen oder Waffenembargos von ihrem Weg abweichen, irre sich, sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan am Sonntag.

Verena Bünten, ARD Washington, erläutert Trumps Entscheidung für Sanktionen
nachtmagazin 00:15 Uhr, 15.10.2019

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Zölle schon 2018 erhöht - und wieder gesenkt

Trump hatte die Zölle auf Stahlimporte aus der Türkei im August vergangenen Jahres auf 50 Prozent verdoppelt. Er verlieh damit seiner Forderung nach Freilassung des US-Pastors Andrew Brunson Nachdruck, der in der Türkei festgehalten wurde. Brunson wurde im Oktober freigelassen. Im vergangenen Mai halbierte Trump die Zölle dann wieder.

Über dieses Thema berichteten am 14. Oktober 2019 die tagesthemen um 22:15 Uhr und das nachtmagazin um 00:15 Uhr.

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