Zerstörungen in Idlib nach einem Angriff von Regierungstruppen | Bildquelle: AFP

Krieg in Syrien Trump fordert Ende der Angriffe auf Idlib

Stand: 03.06.2019 13:41 Uhr

US-Präsident Trump hat auf Twitter einen Stopp der Angriffe auf die Rebellenhochburg Idlib gefordert. Derweil bombardierte die israelische Luftwaffe wohl erneut einen Militärstützpunkt des syrischen Regimes.

US-Präsident Donald Trump hat ein Ende der Luftangriffe auf die syrische Provinz Idlib gefordert. Russland, syrische Truppen und zu einem geringeren Ausmaß auch der Iran würden die letzte Rebellenbastion des Landes massiv bombardieren, schrieb Trump am Sonntag auf Twitter. Sie würden dabei "wahllos viele unschuldige Zivilisten" töten. "Die Welt schaut diesem Gemetzel zu", schrieb Trump. "Was ist der Zweck, was bringt es euch? Stop!"

"Gezielt lebenswichtige Infrastruktur zerstört"

Die Hilfsorganisation Weißhelme hatte vor wenigen Tagen von der schlimmsten humanitären Katastrophe im seit acht Jahren andauernden syrischen Bürgerkrieg gesprochen. Mehrere oppositionsnahe Gruppen warfen Syriens Regierungstruppen und deren Verbündeten zugleich vor, gezielt lebenswichtige Infrastruktur wie Krankenhäuser zu zerstören. Den Weißhelmen zufolge wurden Hunderte Zivilisten getötet, Hunderttausende sind auf der Flucht.

Die Region um Idlib ist das letzte größere Gebiet in Syrien, das noch von Rebellen gehalten wird. Sie wird großteils von der Dschihadistenallianz Hajat Tahrir al-Scham (HTS) kontrolliert. Der russische Präsident Wladimir Putin und der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hatten im vergangenen September im südrussischen Sotschi eigentlich eine Waffenruhe für Idlib sowie die Schaffung einer entmilitarisierten Zone um die Region vereinbart.

Der Kreml betonte nach Trumps Tweet, die russische Armee attackiere nur "Terroristen" in Idlib. Präsidentensprecher Dmitri Peskow sagte, der Beschuss durch die "Terroristen" in Idlib sei "inakzeptabel" und es würden daher Maßnahmen ergriffen, um ihre Artilleriepositionen zu "neutralisieren". Russland klagt seit Langem über Raketen- und Drohnenangriffe auf ihren Luftwaffenstützpunkt Hmeimim und andere Einrichtungen.

Unterdessen ließ die syrische Regierung offenbar neue Luftangriffe auf die Rebellenhochburg fliegen. Mindestens sechs Zivilisten wurden bei den Angriffen getötet, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte.

Zwei israelische Angriffe in 24 Stunden

Israelische Streitkräfte griffen erneut einen Militärstützpunkt des syrischen Regimes an. Bei dem zweiten Luftangriff innerhalb von 24 Stunden seien in der Provinz Homs ein Soldat getötet und zwei weitere verletzt worden, meldete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana. Ein Waffenlager sei beschädigt worden.

Zerstörungen in Idlib nach einem Angriff von Regierungstruppen | Bildquelle: AP
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Zerstörungen in Idlib nach einem Angriff von Regierungstruppen.

Zuvor hatte Israel am Sonntag Militärstützpunkte im Südwesten der Hauptstadt Damaskus angegriffen. Nach Angaben der israelischen Armee handelte es sich um eine Reaktion auf den Abschuss zweier Raketen in Richtung des Bergs Hermon im von Israel besetzten Teil der Golanhöhen. Menschenrechtsaktivisten berichteten von zehn Toten, darunter sieben ausländische Kämpfer.

Israel verübt immer wieder Luftangriffe im Nachbarland Syrien, zumeist gegen Ziele des mit Syriens Machthaber Baschar al-Assad verbündeten Iran und der schiitischen Hisbollah-Miliz. Israel befürchtet einen wachsenden Einfluss des Erzfeinds Iran in Syrien.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. Juni 2019 um 06:00 Uhr.

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