Roger Stone | Bildquelle: AP

Russland-Ermittlungen Roger Stone gegen Kaution frei

Stand: 25.01.2019 19:25 Uhr

Falschaussage, Behinderung von Ermittlungen, Zeugenbeeinflussung - die Vorwürfe gegen Trumps Vertrauten Roger Stone wiegen schwer. Heute wurde er festgenommen. Inzwischen ist Stone gegen Kaution wieder auf freiem Fuß.

Nach seiner spektakulären Festnahme durch das FBI ist Donald Trumps langjähriger Vertrauter Roger Stone gegen Kaution inzwischen auf freiem Fuß. Ein Richterin in Fort Lauderdale im US-Bundesstaat Florida legte die Summe auf 250.000 Dollar fest und verbot Stone außerhalb von Südflorida zu reisen. Außerdem dürfe er keinen Kontakt zu Zeugen aufnehmen. Seine Verteidigung stimmte außerdem einem von der Staatsanwaltschaft beantragten Drogentest zu.

Trumps früherer Wahlkampfberater wurde auf Betreiben des Sonderermittlers Robert Mueller in sieben Punkten angeklagt - darunter Behinderung von Untersuchungen durch den Kongress, Falschaussagen und manipulative Zeugenbeeinflussung. Mueller untersucht die mutmaßlichen russischen Einmischungen in den vergangenen US-Präsidentschaftswahlkampf und mögliche illegale Kontakte des Trump-Teams nach Russland.

Stone nannte die Anklage politisch motiviert und kündigte an, auf unschuldig zu plädieren. Er fühle sich wegen seiner Freundschaft zu Trump verfolgt, so Stone. Er werde kämpfen und seinen Namen gegen "diese politisch motivierten Anklagen" verteidigen. Falls er bei seiner Aussage im Geheimdienstausschuss Fehler begangen habe, sei dies keine Absicht gewesen.

"König der schmutzigen Tricks"

Stones Name fiel im Zusammenhang mit der Russland-Affäre immer wieder. Er war einst Mitarbeiter von Präsident Richard Nixon und blickt auf eine lange Karriere als schillernder, aber umstrittener Lobbyist und Politikberater zurück. "König der schmutzigen Tricks" oder "Der Pate" sind einige der Beinamen, die sich Roger Stone während seiner jahrzehntelangen Laufbahn erworben hat.

Nun steht der 66-Jährige im Verdacht, als Verbindungsmann zwischen der Trump-Kampagne und der Enthüllungsplattform WikiLeaks fungiert zu haben. Die Plattform publizierte Zehntausende E-Mails teils brisanten Inhalts aus dem Lager von Trumps Rivalin Hillary Clinton, die mutmaßlich von russischen Hackern gekapert worden waren.

Stone brüstete sich damals öffentlich mit seinen Kontakten zu WikiLeaks-Gründer Julian Assange, den er als "meinen Helden" rühmte. Es gibt Indizien, dass er vorab in den Inhalt der gehackten Mails eingeweiht gewesen sein könnte. Nach der Wahl dementierte Stone jedoch jeglichen Kontakt zu WikiLeaks.

Keine Kooperation mit Mueller

Die Kooperation mit Mueller verweigerte er. Angeklagt wurde er nun konkret deshalb, weil er die Untersuchungen eines Kongressausschusses zu seinen mutmaßlichen WikiLeaks-Kontakten torpediert haben soll. 

Stone wird außerdem der Zeugenbeeinflussung beschuldigt. Laut Anklage bemühte er sich längere Zeit, den New Yorker Radiomoderator Randy Credico davon abzuhalten, seiner eigenen Aussage vor dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses zu widersprechen.

Bevor WikiLeaks E-Mails der Demokraten veröffentlichte, hatte Stone einen Tweet geschrieben, der bei Ermittlern den Eindruck erweckte, dass er wusste, dass die E-Mails bald veröffentlicht würden. Stone gab dagegen an, keine Insiderinformationen über den Inhalt der E-Mails im Besitz von WikiLeaks zu haben. Er habe von Credico erfahren, dass WikiLeaks die E-Mails habe und plane, diese zu veröffentlichen.

"Der Präsident hat nichts falsches getan"

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, mühte sich, jede Verbindung der Anschuldigungen zu Trump zurückzuweisen. "Die Vorwürfe gegen Roger Stone haben nichts mit dem Präsidenten zu tun", sagte Sanders dem Fernsehsender CNN. "Der Präsident hat nichts Falsches getan." Es habe keinerlei geheime Absprachen mit Russland gegeben.

Trump meldete sich auf Twitter zu Wort und beklagte sich dort über die "größte Hexenjagd in der Geschichte unseres Landes". Selbst Menschenhändler und Drogendealer würden besser behandelt, so Trump.

Die Russland-Ermittlungen bringen Trump zunehmend in Bedrängnis. Bereits ein halbes Dutzend Personen aus seinem direkten Umfeld wurden in den Untersuchungen beschuldigt und zum Teil bereits verurteilt - darunter Trumps früherer Wahlkampfmanager Paul Manafort und Trumps Ex-Anwalt und langjähriger Vertrauter Michael Cohen.

Über dieses Thema berichtete am 25. Januar 2019 Deutschlandfunk24 um 13:00 Uhr in den Nachrichten und tagesschau24 um 15:00 Uhr.

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