US-Präsident Donald Trump hält eine Rede auf einer Wahlkampfveranstaltung in Atlanta | Bildquelle: AP

US-Wahlkampf Trump will bei schwarzen Wählern punkten

Stand: 26.09.2020 05:27 Uhr

Vor der US-Wahl versucht Präsident Trump verstärkt, schwarze Wähler für sich zu gewinnen. Die wählen traditionell eher demokratisch. Trumps Versprechen auf drei Millionen Jobs sowie auf besseren Zugang zu Bildung sollen sie jetzt überzeugen.

US-Präsident Donald Trump hat bei einer Wahlkampfveranstaltung in Atlanta um die Stimmen schwarzer Wähler geworben. Er stellte dort seinen sogenannten "Platin-Plan" vor. Darin verspricht er schwarzen US-Amerikanern unter anderem drei Millionen neue Jobs, 500.000 neue Unternehmen sowie einen besseren Zugang zu Bildung und Ausbildung. Traditionell unterstützen schwarze Wähler mehrheitlich die Demokraten.

Trump will Juneteenth zu Feiertag machen

In seiner Rede sagte Trump, er habe in seiner Amtszeit mehr für Schwarze geleistet als sein Herausforderer Joe Biden von den Demokraten in dessen jahrzehntelanger Politikkarriere. "Rassengerechtigkeit beginnt mit Joe Bidens Rückzug aus dem öffentlichen Leben", sagte Trump. "Ich werde Amerikaner immer an die erste Stelle setzen, und dazu gehören - sehr, sehr wichtig - schwarze Amerikaner."

Trump kritisierte die Black-Lives-Matter-Bewegung, die bei den Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus eine zentrale Rolle spielt. Sie verfolge "extrem sozialistische" Ziele.

Der Präsident kündigte außerdem an, Juneteenth zu einem staatlichen Feiertag erklären zu wollen. Der Gedenktag erinnert an die Befreiung aus der Sklaverei und erhielt in den vergangenen Monaten im Zuge der Black Lives Matter-Bewegung besondere Aufmerksamkeit. Zuletzt hatte Trump den Zorn vieler schwarzer Amerikaner auf sich gezogen, als er seine erste große Wahlkampfveranstaltung auf den Gedenktag legen wollte.

Ku-Klux-Klan und Antifa als Terrororganisationen

Im Falle seines Wahlsiegs will Trump nach eigenen Angaben zudem den rassistischen Ku-Klux-Klan und die linke Antifa als Terrororganisationen einstufen.

Der Ku-Klux-Klan wurde 1865 gegründet und zählt in den USA nach Schätzungen heute mehrere Tausend Mitglieder in mehreren unabhängigen Gruppen. Sie knüpfen Kontakte zu Rechtsextremisten im Ausland - einen Ableger gibt es auch in Deutschland. Der Geheimbund ist für Lynchmorde vor allem an Schwarzen und andere Gewaltakte berüchtigt.

Eine Einstufung der Antifa als Terrorgruppe hatte Trump in der Vergangenheit bereits häufiger ins Spiel gebracht. Die Antifa hat allerdings weder Mitglieder noch eine zentrale Organisations- oder Führungsstruktur. Die Anhänger der Strömung aus der linken oder auch linksradikalen Szene verbindet eine antifaschistische Ideologie. Wie ein Verbot konkret umzusetzen wäre, ist daher fraglich.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. September 2020 um 09:00 Uhr.

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