Trump und Überlebende von Schulmassakern | Bildquelle: AP

Treffen im Weißen Haus Waffen - Trumps Antwort auf die Tränen

Stand: 22.02.2018 08:28 Uhr

Emotionales Treffen im Weißen Haus: US-Präsident hat Dutzende Überlebende von Schulmassakern und Angehörige von Opfern empfangen. Die stellten ihm teils bittere Fragen.

Von Martina Buttler, ARD-Studio Washington

Sam Zeif sitzt im Weißen Haus und weint. Er ist einer von rund 40 Schülern und Eltern, die sich mit US-Präsident Donald Trump treffen, um darüber zu reden, was sich nach dem Amoklauf an der Stoneman Douglas High School ändern muss.

Sam, ein schlanker junger Mann im Karohemd, erzählt seine Geschichte: "Ich bin am Tag danach 18 Jahre alt geworden - und habe erfahren, dass mein bester Freund tot ist. Und ich frage mich: Warum kann man immer noch in einem Laden eine Kriegswaffe kaufen? Ein Sturmgewehr. Warum ist das so einfach?"

Präsident Trump trifft Angehörige von Amoklauf-Opfern
tagesthemen 22:30 Uhr, 22.02.2018, Stefan Niemann, ARD Washington

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"Diese Tode sind vermeidbar"

Die Wortführer des Protests wie Emma Gonzalez, die Politiker scharf kritisieren, sind nicht im Weißen Haus. Diejenigen, die dort sind, fordern mehr Geld für Prävention, mehr Übungen für den Ernstfall an Schulen, eine Änderung der Waffengesetze. Nicole Hockleys Sohn wurde bei dem Massaker an der Sandy Hook Grundschule in Newtown vor fünf Jahren getötet. Sie bittet inständig: "Diese Tode sind vermeidbar. Ich flehe sie an, denken Sie an ihre Kinder. Sie wollen nicht in meiner Situation sein." Das wolle niemand, der Kinder hat.

Trump hört zu. Hört die Überlebenden und Hinterbliebenen von Columbine, Sandy Hook und Stoneman Douglas. Und er erklärt, dass eine Bewaffnung der Lehrer aus seiner Sicht die Lösung sein könnte. Trumps Vorschlag: mehr statt weniger Waffen - eine "verdeckte Bewaffnung". Die Lehrer würden trainiert und hätten Waffen bei sich. "Man hätte keine waffenfreie Zone mehr in der Schule", so seine Idee.

Trump ist überzeugt, das "verdeckte Waffen" Amokläufer abschrecken würden. Er will schärfere Überprüfungen und eine Erhöhung des Mindestalters beim Waffenkauf. Wie das genau aussehen soll, erklärte Trump allerdings nicht.

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Trumps Notizzettel für das Treffen im Weißen Haus

Trump im Gespräch mit Überlebenden von Schulmassakern

US-Präsident Donald Trump kam mit einem kleinen Notizzettel in das Treffen mit den Überlebenden von Schulmassakern und Opferangehörigen. | Bildquelle: dpa

Demonstrationen überall

Derweil demonstrieren Schüler in Städten quer durch die USA - auch in Floridas Hauptstadt Tallahassee. Hier war die Enttäuschung groß, dass am Dienstag ein strengeres Waffengesetz abgelehnt wurde. Die Schüler schreien ihre Wut raus: "Der nächste Mensch, der wegen eines Sturmgewehrs stirbt, den habt ihr auf dem Gewissen."

Aber ob in einem Wahljahr die Waffengesetze wirklich geändert werden, ist unklar. Und Trump machte schon im Wahlkampf aus seiner Sympathie für die Waffenlobby NRA kein Geheimnis. "Ich werde Euch nie enttäuschen", versicherte er ihr damals.

Der Schüler Sam Zeif im Weißen Haus | Bildquelle: REUTERS
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"Warum kann man immer noch in einem Laden eine Kriegswaffe kaufen?", fragte Sam Zeif von der Stoneman Douglas High School in Parkland.

Trump braucht Zettel

Für das jetzige Treffen mit Überlebenden im Weißen Haus jedenfalls hatte Trump sich mehrere Punkte auf einem Zettel aufgeschrieben. Damit erinnere er sich selbst daran, zu fragen, was jedem wichtig sei. Eine weitere Gedankenstütze: der Satz "Ich höre Euch".

Und er wird noch viel zu hören bekommen, denn die Proteste gehen weiter. Und Alfonso Calderon, ein Schüler, der das Massaker an der Stoneman Douglas High School überlebt hat, verspricht, dass sie nicht schweigen werden.

Trump trifft Schüler und Eltern nach Parkland-Massaker
Martina Buttler, ARD Washington
22.02.2018 08:42 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 22. Februar 2018 NDR Info um 07:20 Uhr und tagesschau24 um 09:00 Uhr in einem Schwerpunkt.

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