Donald Trump vor dem Weißen Haus | Bildquelle: REUTERS

Russland-Ermittlungen Geheimdienste sollen Trump unterstützen

Stand: 24.05.2019 08:46 Uhr

US-Präsident Trump hat Geheimdienste beauftragt, die Ermittlungen zur Einflussnahme Russlands auf sein Wahlkampf-Team zu untersuchen. Damit verschärft Trump seine Linie, gegen die Ermittler zu ermitteln.

US-Präsident Donald Trump hat seinem Justizminister William Barr Befugnisse gegeben, dem Ursprung der Russland-Ermittlungen nachzugehen. Die US-Geheimdienste hätten Anweisung erhalten, rasch und umfassend mit Barr zu kooperieren, teilte Regierungssprecherin Sarah Sanders mit.

Mit der Anordnung des Präsidenten solle sichergestellt werden, dass die Wahrheit über die Geschehnisse von damals ans Licht komme und Vertrauen in die öffentlichen Institutionen wiederhergestellt werde, so Sanders. Damit verfolgt Trump weiter seine Linie, gegen die Ermittler zu ermitteln, wie er es selbst ausgedrückt hat.

Neuer US-Justizminister William Barr | Bildquelle: AP
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Justizminister Barr hatte die Russland-Ermittlungen des FBI als Spionage bezeichnet.

Kontakte nach Russland

Hintergrund sind die Ermittlungen zu einer mutmaßlichen Einflussnahme Moskaus auf den Präsidentschaftswahlkampf 2016. Über mehrere Jahre gab es Untersuchungen dazu, ob Trumps Team Absprachen mit Vertretern Russlands traf und Trump die Justizermittlungen dazu behinderte.

Im Abschlussbericht des Sonderermittlers Robert Mueller, der bislang nur in Teilen geschwärzt veröffentlicht wurde, heißt es, es habe zahlreiche Kontakte zwischen Trumps Wahlkampflager und Russland gegeben. Beweise für eine Straftat lägen aber nicht vor. Außerdem sind in Muellers Report diverse Versuche Trumps aufgelistet, Einfluss auf die Untersuchungen zu nehmen. Die Ermittler ließen aber offen, ob Trump sich damit der Justizbehinderung schuldig machte.

Trump sieht sich entlastet

Der Präsident selbst sieht sich dagegen durch den Mueller-Bericht komplett entlastet und beklagte die weiteren Untersuchungen der Demokraten. Er kritisierte die Russland-Ermittlungen als Versuch, ihn zu stürzen.

Barr hatte bereits vor einigen Wochen angekündigt, er wolle den Ursprüngen der Russland-Untersuchung der Bundespolizei FBI gegen Trumps Wahlkampf-Team auf den Grund gehen. Bei einer Anhörung vor dem Kongress hatte Barr im April gesagt, er glaube, das FBI könnte das Trump-Lager ausgespäht haben. "Ich denke, dass Spionage stattgefunden hat."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Mai 2019 um 06:00 Uhr.

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