Kreml und roter Platz im Schnee | Bildquelle: AFP

Trumps Team Heißer Draht nach Moskau?

Stand: 15.02.2017 09:26 Uhr

Schon im Wahlkampf stand Trumps Team im Verdacht, enge Kontakte nach Russland zu haben. Nun berichten US-Medien, Geheimdienste hätten in dieser Zeit mehrere Gespräche von Trump-Vertrauten mit Mitarbeitern des russischen Geheimdienstes abgefangen.

Kurz nach dem Rücktritt des Nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn sorgen neue Berichte über enge Kontakte zwischen Trump-Mitarbeitern und Vertretern des russischen Geheimdienstes in Washington für Aufsehen.

Wie die "New York Times" und der TV-Sender CNN melden, haben US-Geheimdienste auch Gespräche zwischen Mitarbeitern des russischen Geheimdienstes mit Mitgliedern von Trumps Wahlkampfteam abgehört. Konkret geht es unter anderem um Kontakte zu Paul Manafort, der das Trump-Team kurzzeitig leitete. Er war von seinem Posten zurückgetreten, nachdem bekannt geworden war, dass sein Unternehmen heimlich Lobbyismus zugunsten der früheren prorussischen Regierungspartei in der Ukraine betrieb.

Brisanter Zeitpunkt

Besonders brisant daran ist laut "New York Times", dass die Gespräche "in etwa zu derselben Zeit" stattgefunden hätten, als die Ermittlungsbehörden und Aufklärungsdienste zunehmend Hinweise darauf erhalten hätten, dass Russland versuche, durch Cyberangriffe auf die US-Demokraten die Präsidentschaftswahl zu stören.

Die Gespräche seien im Zuge von "Routine-Abhöraktionen" abgefangen worden. Beweise für eine mögliche Zusammenarbeit mit der russischen Seite gibt es aber den Informanten zufolge bislang nicht. Die Zeitung und der Sender berufen sich auf derzeitige und ehemalige Behördenvertreter.

Laut CNN sind Gespräche zwischen Wahlkampfteams und Vertretern anderer Staaten nicht unüblich. Die Häufigkeit der Gespräche und der Rang der Beteiligten seien jedoch auch für Ermittler ungewöhnlich gewesen.

Manafort wies die Darstellung zurück und nannte die Berichte "absurd". Er habe "niemals wissentlich mit russischen Geheimdienstbeamten gesprochen", sagte Manafort der "New York Times".

Erneut taucht der Name Flynn auf

Neben Manafort wurde in den Berichten auch Flynn als regelmäßiger Gesprächspartner genannt. Dieser war am Montag zurückgetreten, weil er noch vor Amtsantritt der neuen Regierung und damit ohne Befugnisse mit dem russischen US-Botschafter in Washington über die US-Sanktionen gegen Moskau gesprochen hatte. Ein solches Vorgehen verstößt gegen US-Recht. Flynn soll später Vizepräsident Mike Pence falsch über den Inhalt des Gesprächs informiert haben.

Auch zu der Frage, wann Trump von dem Gespräch Flynns erfahren hat, gibt es neue Berichte in US-Medien. Mitarbeiter des Weißen Hauses sollen gesagt haben, Trump habe bereits am sechsten Tag seiner Präsidentschaft von dem Vorgang erfahren. Er habe Pence aber darüber im Unklaren gelassen und drei Wochen bis zum Bruch mit Flynn gewartet. Inzwischen habe das FBI Flynn zu seinem Gespräch befragt.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 14. Februar 2017 um 22:15 Uhr und das Nachtmagazin um 00:15 Uhr..

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