US-Präsident Donald Trump am Rednerpult bei einer Pressekonferenz im Rosengarten des Weißen Hauses. | Oliver Contreras/POOL/EPA-EFE/Sh

Erster Auftritt seit Biden-Sieg Auch bei Trump setzen offenbar Zweifel ein

Stand: 14.11.2020 06:53 Uhr

Zum ersten Mal seit der Bekanntgabe von Bidens Wahlsieg hat sich der unterlegene Amtsinhaber Trump öffentlich geäußert. Dabei ließ er Zweifel an einem Verbleib im Weißen Haus durchblicken.

Noch-Präsident Donald Trump hat erstmals Zweifel anklingen lassen, dass er vielleicht doch nicht eine zweite Amtszeit im Weißen Haus absolvieren wird. Bei einem Pressestatement im Rosengarten zum neuen Corona-Impfstoff sagte Trump wörtlich: "Was auch immer in der Zukunft passieren wird, welche Regierung es sein wird, das wird die Zeit zeigen."

Mit seiner Regierung werde es keinen landesweiten Lockdown geben, betonte Trump. Zugleich deutete er an, dass die Entscheidung darüber bald nicht mehr bei ihm liegen könnte. "Wer weiß, welche Regierung es sein wird, ich denke, das wird sich zeigen", sagte Trump wörtlich. Wahlgewinner Joe Biden sprach sich bisher nicht für landesweite Sperrmaßnahmen aus, rief Trump aber zu einem sofortigen Handeln auf, um die Ausbreitung des  Virus einzudämmen.

Keine Belege für Trumps Behauptungen

Es war Trumps erster öffentlicher Auftritt, nachdem Biden am Samstag zum Sieger ausgerufen worden war. Bislang hatte sich der Präsident geweigert, seine Wahlniederlage einzugestehen. Auf Twitter sprach er wiederholt von massivem Wahlbetrug. US-Wahlbehörden fanden jedoch keinerlei Beweise für Unregelmäßigkeiten bei der Wahl.

Ein Fernsehmoderator von Trumps "Haussender" Fox News erklärte unterdessen, Trump habe in einem Telefonat mit ihm erklärt, er sei Realist und er werde sich an die Verfassung halten und das Weiße Haus in der vorgeschriebenen Zeit räumen.

Notzulassung für Impfstoff steht aus

Bei seinem Statement im Weißen Haus rief der Amtsinhaber die Bürger im Umgang mit Corona zu anhaltender Wachsamkeit auf und versprach, dass schon in wenigen Wochen ein Impfstoff für Risikogruppen bereitstehen werde. Allerdings hat die zuständige Arzneizulassungsbehörde FDA noch keine Notfallzulassung für ein Vakzin genehmigt.

Der US-Pharmakonzern Pfizer und die deutsche Firma Biontech, deren Impfstoff nach ihren Angaben gemäß erster Forschungsergebnisse zu mehr als 90 Prozent Schutz vor einer Corona-Infektion bietet, wollen zeitnah einen Antrag stellen. Trump ergänzte, dass der Staat New York zunächst nicht mit einem womöglich bald verfügbaren Impfstoff beliefert werde.

Gesundheitsexperten sind alarmiert

Gouverneur Andrew Cuomo - ein Demokrat - müsse zunächst grünes Licht geben, sagte der Präsident. Damit reagierte er auf Cuomos Ankündigung, dass der Staat New York eine eigene unabhängige Prüfung eines Vakzins vornehmen werde. Hintergrund sind Vorwürfe des Gouverneurs, dass Trump aus politischen Gründen Druck auf Impfstoffhersteller ausübe und dies zulasten der Sicherheit gehen könnte.

US-Gesundheitsexperten befürchten, dass das die USA durch Trumps Weigerung, sich in seiner Corona-Politik in den letzten Monaten seiner Amtszeit mit dem künftigen Präsidenten Biden abzusprechen, im Kampf gegen das Virus zurückgeworfen werden könnten. Selbst die frohe Kunde über Pfizers Entwicklung eines Impfstoffs mit einer potenziell 90-prozentigen Wirkung könne zunichte gemacht werden, wenn Trump nicht beginne, gemeinsam mit dem Biden-Team die genauen Abläufe einer Einführung des Vakzins zu koordinieren, sagte Lawrence Gostin von der Georgetown University.

Mit Informationen von Claudia Sarre, ARD-Studio Washington

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. November 2020 um 09:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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Blitzgescheit 14.11.2020 • 12:35 Uhr

@Am 14. November 2020 um 12:19 von Sonnenmeer

In Ihrem inhaltslosen Geschwurbel kann ich leider kein echtes Sachargument finden. Wenn Sie noch die Güte hätten, eines nachzuliefern, wäre ich Ihnen zu Dank verpflichtet und man könnte anfangen Sie als einen Kommentatoren ernst zu nehmen.