Rede zur Lage der Nation "Trump hat die Republikaner fest im Griff"

Stand: 06.02.2019 12:38 Uhr

Trumps Rede habe wenig Neues beinhaltet, meint der Politikwissenschaftler Vormann im tagesschau-Interview. Sie habe allerdings gezeigt, wie sehr der US-Präsident seine Macht innerhalb der Republikaner ausgebaut hat.

US-Präsident Donald Trump gab sich im Kongress als Versöhner, sagt der Politikwissenschaftler Boris Vormann im Interview mit der tagesschau. Selbst bei seinem Lieblingsthema, einer Mauer an der Grenze zu Mexiko, sei Trump inzwischen bereit zu Kompromissen: "Es gab ein gewisses Zugeständnis zwischen den Zeilen: Trump sagte, es müsse nicht mehr die Betonmauer sein. Ein Eisenzaun, überwacht von Drohnen und Kameras, würde auch reichen. Damit kommt er den Demokraten erheblich entgegen."

Politikwissenschaftler Boris Vormann, Bard College Berlin, über Trumps Kompromissbereitschaft
tagesschau24 11:00 Uhr, 06.02.2019

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Zurück zur moralischen Weltherrschaft?

Außenpolitisch habe Trump mit Ausnahme der Ankündigung eines neuen Treffens mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un wenig neues verkündet, so Vormann.

Ein Aspekt habe ihn jedoch aufhören lassen: "Nachdem man in Trumps vergangenen Reden immer wieder die Betonung auf 'America first' gehört hatte, war es überraschend, dass die USA vielleicht doch wieder die moralische Weltherrschaft übernehmen wollen. Da fühlte man sich fast an frühere Präsidenten erinnert. Aber eine gesamte Vision oder ein langfristiger Plan war nicht zu erkennen", bilanziert der Politikwissenschaftler.

Bemerkenswert sei, wie sehr Trump die Republikaner im Griff habe, sagt Vormann. "Man dachte nach seiner Wahl 2016, dass die Partei ihn formen könnte. Das ist nicht passiert." Vielmehr habe er die Republikaner nach seinem Bild geformt. "Ich glaube, dass es für diejenigen, die ihm loyal nahe gestanden haben, in der Zukunft noch Konsequenzen geben wird."

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 06. Februar 2019 um 11:00 Uhr.

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