Donald Trump | Bildquelle: AP

Nach umstrittenem Tweet Trump legt nach

Stand: 15.07.2019 21:13 Uhr

Die Kritik an seinem umstrittenen Tweet kümmert Trump nicht - im Gegenteil: Der US-Präsident legte bei einem Auftritt noch einmal nach. "Sie hassen unser Land", behauptete er in Richtung der attackierten Demokratinnen.

Nach seinen umstrittenen Twitter-Attacken auf mehrere Demokratinnen aus dem Kongress hat US-Präsident Donald Trump noch einmal nachgelegt. "Sie hassen unser Land", behauptete er bei einem Auftritt im Weißen Haus. "Sie beschweren sich die ganze Zeit." Wenn sie hier nicht glücklich seien, sollten sie die Vereinigten Staaten eben verlassen.

Auf Twitter hatte er kurz zuvor bereits eine Entschuldigung von den Frauen gefordert: "Wann werden sich die radikal linken Kongressfrauen bei unserem Land, dem israelischen Volk und auch dem Büro des Präsidenten für die vulgäre Sprache entschuldigen, die sie benutzt haben, und die furchtbaren Dinge, die sie gesagt haben. So viele Leute sind wütend auf sie und ihre abscheulichen und widerlichen Aktionen!", schrieb er.

Empörung nach Tweet

Angefangen hatten die Attacken mit einem Tweet am Sonntag. Darin richtete sich Trump an "progressive" Demokratinnen, die ursprünglich aus Ländern mit katastrophalen, korrupten und unfähigen Regierungen kämen, und forderte sie auf, in diese Länder zurückzugehen. Dort sollten sie dabei helfen, "die total kaputten und von Kriminalität befallenen Orte in Ordnung zu bringen, aus denen sie gekommen sind".

Trump nannte keine Namen, spielte aber offenbar auf eine kleine Gruppe demokratischer Abgeordneter im Repräsentantenhaus an. Drei der Frauen wurden in den USA geboren, eine vierte kam als Kind aus Somalia ins Land und wurde im Teenageralter US-Bürgerin.

Mehrere Demokratinnen im US-Kongress warfen Trump daraufhin Rassismus und weißen Nationalismus vor, unter ihnen die prominente demokratische Abgeordnete Alexandra Ocasio-Cortez. "Herr Präsident, das Land, aus dem ich 'herkomme' und das Land, auf das wir alle einen Eid schwören, sind die Vereinigten Staaten", schrieb sie. Sie warf Trump vor, politischen Profit aus einem "verängstigten Amerika" zu schlagen.

Die in Somalia geborene Abgeordnete Ilhan Omar twitterte: "Sie (Trump) schüren weißen Nationalismus, weil Sie wütend auf uns sind, dass wir im Kongress dienen und gegen ihre hasserfüllte Agenda kämpfen."

Alexandria Ocasio-Cortez, Rashida Tlaib und Ayanna Pressley | Bildquelle: AP
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Alexandria Ocasio-Cortez, Rashida Tlaib und Ayanna Pressley bei einer Anhörung.

"Das besorgt mich nicht"

Trump sagte, er habe in seinem Tweet keine Namen genannt. Bei seinem Auftritt im Weißen Haus verwies er aber nun unter anderem explizit auf frühere Äußerungen von Omar. Der Präsident warf ihr und ihren Parteikolleginnen vor, sie verbreiteten antisemitische Positionen, Hass gegen Israel und Lob für Feinde der USA. Wenn sich die Demokraten wirklich um diese Leute versammeln wollten, werde das für die Partei böse ausgehen.

Auf die Frage, ob er darüber besorgt sei, dass viele Menschen diese Äußerungen als rassistisch betrachteten, sagte Trump: "Das besorgt mich nicht, weil die Leute mir zustimmen."

Ilhan Omar, demokratische Abgeordnete aus Minnesota | Bildquelle: JIM LO SCALZO/EPA-EFE/REX
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Ilhan Omar, demokratische Abgeordnete aus Minnesota, ist eine der Frauen, um die es geht.

Vorwurf: Trump spaltet das Land

Zahlreiche demokratische Politiker sprangen den vier Frauen zur Seite: Es sei ein rassistischer Tweet, sagt etwa der Kongressabgeordnete Ben Ray Luján. Und der Bewerber um das Präsidentenamt und Bürgermeister von New York, Bill de Blasio, meinte: "Er tut das, was ein Präsident am allerwenigsten machen sollte: Er schaut ständig, wie er das Volk spalten kann - aber das ist seine politische Strategie."

Auch die republikanische Senatorin Susan Collins forderte Trump auf, seine Twitter-Attacke zurückzunehmen. Sie sei zwar nicht einverstanden mit den politischen Ansichten der linken Abgeordneten, aber "der Tweet des Präsidenten, dass manche Kongressabgeordneten dahin zurückkehren sollten 'wo sie herkommen', war völlig unangebracht und sollte zurückgenommen werden", erklärte die Senatorin des Bundesstaats Maine.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 15. Juli 2019 um 06:38 Uhr.

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