US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: dpa

Vorstellung neuer Strategie Trump will Raketenabwehr ausbauen

Stand: 17.01.2019 08:33 Uhr

US-Präsident Trump will heute eine neue Strategie zur Abwehr von Raketen vorstellen. Bekannt ist bereits, dass er auf neue Sensoren im Weltraum setzen wird. Die Strategie könnte China und Russland verärgern.

Die US-Regierung hat für den Nachmittag die Vorstellung einer neuen Raketenabwehrstrategie angekündigt. Nach Angaben von Regierungsvertretern wird Präsident Donald Trump im Pentagon die Ergebnisse einer 2017 in Auftrag gegebenen Analyse zur Raketenabwehr präsentieren. Dabei geht es um neue Bedrohungsszenarien und die Entwicklung neuer Technologien, um Raketen abzufangen. Zuletzt war die Strategie 2010 überarbeitet worden.

Auszüge aus dem mehr als 80-seitigen Dokument der Raketenabwehragentur MDA wurden bereits im Vorfeld der Präsentation bekannt. Demnach sehen die USA unter anderem die Bestrebungen Russlands und Chinas, Überschallraketen zu entwickeln, als Bedrohung an. Solche Raketen sind mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit unterwegs und können während ihres Flugs ihre Richtung ändern. Sie sind deswegen nur sehr schwer abzufangen.

US-Raketenabwehrsystem THAAD | Bildquelle: picture alliance/dpa
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Die USA wollen für ihre Raketenabwehr eine neue Strategie vorlegen.

Neue Spannungen mit Russland?

Die USA setzen auch auf den Ausbau im Weltraum stationierter Sensoren, um Raketenstarts schneller zu erkennen. Die Raketenabwehr sei defensiv ausgerichtet, um die Sicherheit der USA zu verstärken. Allerdings hat Russland US-Pläne für einen Ausbau der Raketenabwehr wiederholt als Bedrohung bezeichnet. Die neue US-Strategie könnte daher auch zu neuen Spannungen zwischen beiden Seiten führen.

Möglicherweise wird auch die Erforschung von Abfangsystemen im All angeordnet werden. So könnte laut "Washington Post" eine Drohne mit Lasern oder Raketen ausgestattet und auf eine Erdumlaufbahn gebracht werden, um von dort aus mögliche Überschallraketen abzuschießen. Diese Planungen befinden sich laut einem namentlich nicht genannten Mitarbeiter des Pentagon aber noch in einer frühen Phase.

Mögliche Entwicklung neuer Lasergeräte

Angesichts der Gefahr ballistischer Raketen aus dem Iran und Nordkorea prüfen die USA, wie solche Flugkörper schon kurz nach dem Start zerstört werden könnten. So könnten F-35 Kampfjets mit neuartigen Raketen ausgestattet werden und im Krisenfall in der Nähe mutmaßlicher gegnerischer Abschussrampen patrouillieren.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Januar 2019 um 06:00 Uhr in den Nachrichten.

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