US-Präsident in Großbritannien Die Queen soll Trumps Wahlkampf schmücken

Stand: 04.06.2019 01:39 Uhr

US-Präsident Trumps Besuch in Großbritannien soll positive Bilder für den anstehenden Wahlkampf liefern. Ein Bankett mit der Queen ist da wichtiger als ein Treffen mit Premierministerin May.

Von Jens-Peter Marquardt, ARD-Studio London

Theresa May war 2017 die erste ausländische Regierungschefin, die den US-Präsidenten gleich nach seinem Amtsantritt im Weißen Haus aufsuchte. Heute ist Trump einer der letzten Gäste Mays in der Downing Street - sie wird am Freitag den Parteivorsitz der Konservativen abgeben und im Juli auch als Premierministerin aus dem Amt scheiden.

Mays Hoffnungen 2017 auf ein schnelles amerikanisch-britisches Handelsabkommen nach dem Brexit haben sich bis heute nicht erfüllt. Vince Cable, der Brexit-Gegner und Vorsitzende der oppositionellen Liberaldemokraten, findet, dass May auch in Washington gescheitert ist:

"Theresa May hätte mehr Rückgrat in den Gesprächen mit Trump zeigen müssen. Ihr erster Besuch bei Trump im Weißen Haus war eine einzige Peinlichkeit. Sie wäre besser dem Beispiel von Frau Merkel gefolgt, die ihre Würde bewahrt hat, indem sie sich in bestimmten Dingen von Trump distanziert hat. Der Präsident hätte das respektiert, und auch das Land würde das respektieren."

Trump trifft heute die scheidende britische Premierministerin Theresa May (Archivbild). | Bildquelle: AP
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Trump trifft heute die scheidende britische Premierministerin Theresa May (Archivbild).

Wahlkampfhilfe von der Queen

London und Washington liegen derzeit auf vielen Politikfeldern über Kreuz: bei Staatsaufträgen für den chinesischen Mobilfunkanbieter Huawei genauso wie in der Iran-Politik. Die scheidende Premierministerin spielt für Trump bei diesem Staatsbesuch allerdings nur eine Nebenrolle - wichtiger für ihn sind die Bilder zusammen mit der Queen, die jenseits des Atlantik so viele Fans hat. Bilder, die Trump im beginnenden Wahlkampf um eine zweite Amtszeit helfen könnten.

Beim feierlichen Staatsbankett am Abend saß der Präsident neben Elisabeth II. und würdigte in den wärmsten Worten die Lebensleistung der Monarchin. Trump erinnerte auch an die Landung der Alliierten in der Normandie vor 75 Jahren, als dieser Kreuzzug die Verbundenheit beider Nationen für immer besiegelt habe.

US-Präsident Trump zu Staatsbesuch in Großbritannien
tagesthemen 22:15 Uhr, 03.06.2019, Alexander Westermann, ARD London

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Queen wirbt für Multilateralismus

Die Königin nahm allerdings das Gedenken an den D-Day zum Anlass, um für den von Trump nicht sonderlich geschätzten Multilateralismus in der Politik zu werben:

"Bei den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts erinnert uns dieser Jahrestag daran, was wir gemeinsam geschaffen haben. Großbritannien und die Vereinigten Staaten haben nach dem Zweiten Weltkrieg zusammen mit anderen Verbündeten eine Reihe von internationalen Institutionen errichtet, damit die Schrecken dieses Konflikts sich niemals wiederholen. Auch wenn sich die Welt geändert hat - wir erinnern uns für immer daran, wie Nationen in diesen Strukturen einen hart erkämpften Frieden erhalten haben."

Die pompöse Oberfläche konnte kaum die darunter liegenden politischen Risse verdecken. Beim feierlichen Bankett fehlten unter anderem der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan, den Trump gestern einen "Komplettversager" genannt hatte, LibDem-Chef Cable, Oppositionsführer Jeremy Corbyn und John Bercow, der Speaker des Unterhauses.

Sie alle hatten die Einladung in den Buckingham-Palast ausgeschlagen. Bercow hatte zudem verhindert, dass Trump im Parlament redet. Und Labour-Chef Corbyn will, statt mit dem Präsidenten zu speisen, heute lieber auf der großen Anti-Trump-Demo reden, zu der Zigtausende im Londoner Zentrum erwartet werden.

US-Präsident Trump in London
Jens-Peter Marquardt, ARD London
04.06.2019 00:05 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 03. Juni 2019 um 22:15 Uhr.

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