Donald Trump und Wladimir Putin | Bildquelle: AP

Trump und Putin "Insgesamt sehr positives" Telefonat

Stand: 03.05.2019 23:21 Uhr

Die Krise in Venezuela - das war das Hauptthema eines einstündigen Telefonats von Donald Trump und Wladimir Putin. Beide Staaten verfolgen in dem Land gegensätzliche Absichten. Auch die Mueller-Ermittlung wurde angesprochen.

US-Präsident Donald Trump und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin haben über die Lage in Venezuela und die Russland-Untersuchung des FBI geredet. Nach Darstellung von Trump-Sprecherin Sarah Sanders telefonierten sie etwas mehr als eine Stunde miteinander. Sie bezeichnete das Gespräch als "insgesamt sehr positiv".

Auch der Kreml bestätigte das Gespräch, das nach Moskauer Angaben rund anderthalb Stunden dauerte. Das Telefonat sei auf Initiative der USA zustande gekommen.

Trump schilderte, Putin habe ihm gesagt, dass er nicht in den Konflikt in Venezuela involviert werden wolle. Sein russischer Amtskollege wolle nur, "dass etwas Positives für Venezuela geschieht". Das sehe er genauso: "Im Moment hungern die Menschen, sie haben kein Wasser, sie haben kein Essen." Man wolle humanitäre Hilfe in das Land bekommen.

Vertreter seiner Regierung werfen Russland hingegen vor, dass sich der venezolanische Präsident Nicolás Maduro nur durch die Unterstützung aus Moskau an der Macht halten könne. Es ist nicht das erste Mal, dass Trump sich in Bezug auf Russland öffentlich anders äußert als Mitglieder der US-Regierung.

Bolton attackiert Russland

Trumps nationaler Sicherheitsberater John Bolton twitterte, Maduro sei nur noch im Amt, weil Russland und Kuba ihn unterstützten und Soldaten in dem südamerikanischen Land hätten: "Ohne Einmischung von außen wäre der demokratische Prozess in Venezuela heute längst im Gange." Sanders sagte, der Fokus des US-Präsidenten habe darauf gelegen, klarzumachen, dass die USA an der Seite des venezolanischen Volkes stünden, und dass Hilfslieferungen in das Land gelangen müssten.

Putin habe betont, dass die Venezolaner die Zukunft ihres Landes selbst bestimmen sollten und eine Einmischung von außen dies untergraben würde. Regierungsvertreter beider Länder hatten sich in den vergangenen Tagen mehrfach gegenseitig beschuldigt, zu einer Eskalation in Venezuela beizutragen.

Russland gehört zu den Staaten, die die Regierung von Maduro stützen. Die USA, Deutschland, viele EU-Staaten und mehrere lateinamerikanische Länder erkannten dagegen den Oppositionsführer und Parlamentspräsidenten Juan Guaidó als rechtmäßigen Übergangspräsidenten.

Donald Trump und Journalisten im Oval Office des Weißen Hauses | Bildquelle: REUTERS
galerie

Er wolle humanitäre Hilfe nach Venezuela bekommen, sagte Trump.

"Wir haben darüber geredet, und er lächelte"

Trump wird seit dem Wahlkampf vorgeworfen, er verfolge einen zu russlandfreundlichen Kurs und bewundere Putin. Der Republikaner sagte, er habe mit dem Kreml-Chef auch über die Russland-Untersuchung von FBI-Sonderermittler Robert Mueller gesprochen. "Wir haben darüber geredet, und er lächelte und sagte etwas in dem Sinne, dass es als Berg begann und als Maus endete. Aber er wusste das, weil er wusste, dass es keinerlei geheime Absprachen gab."

Hintergrund von Muellers Ermittlungen war die mutmaßliche Einmischung Moskaus in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016. Mueller und sein Team stießen dabei auf "zahlreiche Kontakte" zwischen Trumps Wahlkampflager und Vertretern Russlands. Beweise für eine Straftat fanden sie aber nicht. Trump sieht sich durch den vor kurzem veröffentlichten Abschlussbericht des Ermittlers von allen Vorwürfen entlastet. Viele Beobachter bewerten das Ganze anders.

Nach Angaben beider Seiten soll es in der kommenden Woche wahrscheinlich ein Treffen zwischen US-Außenminister Mike Pompeo und seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow in Finnland geben. Der Kreml erklärte zudem, Putin habe Trump über sein Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in der vergangenen Woche informiert, auch die Lage in der Ukraine nach der dortigen Präsidentenwahl sei besprochen worden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. Mai 2019 um 23:00 Uhr.

Darstellung: