Emmanuel Macron und Donald Trump  | Bildquelle: AFP

US-Präsident in Paris Versöhnliche Töne im Élysée-Palast

Stand: 10.11.2018 14:47 Uhr

Gestern noch hatte US-Präsident Trump geschimpft über die Idee von Frankreichs Präsident Macron, eine europäische Verteidigungsarmee aufzustellen. Heute nun stellt sich heraus: Es handelt sich um ein Missverständnis.

Von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington, zzt. Paris

US-Präsident Donald Trump fährt zunächst allein im Élysée-Palast vor. Es ist ein Arbeitstreffen mit Frankreichs Präsident Emanuel Macron. Zum Auftakt der Gespräche versichert Trump, dass die USA weiter Europa zur Seite stehen: "Im Moment tragen die Vereinigten Staaten den größten Teil der Aufgaben - und Präsident Macron versteht das Problem. Es geht nur,so lange es für die USA fair bleibt."

Macron hatte zuvor erklärt, er werde mit Trump über seinen Vorschlag einer europäischen Armee beraten: "Natürlich werde ich auch mit Präsident Trump über die Vorschläge sprechen, die zu den europäischen Fähigkeiten gemacht worden sind, zu einem Europa, das stärker seinen Teil der gemeinsamen Bürde im Rahmen der NATO übernehmen kann."

Emmanuel Macron und Donald Trump | Bildquelle: CHRISTOPHE PETIT TESSON/EPA-EFE/
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Emmanucel Macron führte Donald Trump in den Élyséepalast.

Macron wurde falsch zitiert

Es galt ein Missverständnis aus der Welt zu räumen, denn in der Nacht hatte sich Trump über ein Zitat des französischen Gastgebers aufgeregt, dass so nie gefallen war: US-Journalisten hatten ein Radio Interview von Macron so verkürzt wieder geben, als setze sich der französische Präsident für eine europäische Armee ein, um Gefahren aus China, Russland und auch den Vereinigten Staaten entgegen zu treten. Macron hatte stattdessen vor Hackerangriffen und Einflüssen auf die Politik von Akteuren aus China, Russland und auch den USA gewarnt.

Trump ist aus Anlass der Feierlichkeiten zum Ende des Ersten Weltkrieges nach Paris gekommen, bei dem 117.000 US-Soldaten getötet worden waren. Die USA hatten lange gezögert und erwogen, ob sie überhaupt in Europa eingreifen sollen. Trump will nun die Bedeutung der Vereinigten Staaten für die Sicherheit Europas würdigen.

Noch viel zu bereden

Die französischen Gastgeber haben für das Arbeitstreffen offenbar noch zahlreiche andere Themen vorbereitet: "Wir werden dann über viele Themen von gemeinsamen Interessen sprechen: Iran, Syrien, auch über internationale Handelsthemen, Klima eingeschlossen. Themen, die mit Afrika zu tun haben", zählt Macron auf.

Für den US-Präsidenten hat aus diesem großen Angebot vor allem ein Thema Vorrang: "Heute und morgen werden sehr wichtig sein. Wir reden über viele Dinge sprechen - nicht nur über das Militär und NATO, sondern auch Handel. Darüber reden wir schon eine Weile. Es gibt Fortschritte und wir müssen sehen, ob wir es abschließen können."

Mit dabei für die politischen Gespräche im Élysée ist auch US-Außenminister Mike Pompeo, was ein Hinweis dafür sein könnte, dass die Verteidigungspolitik und die US-Sanktionen gegen Iran doch im Vordergrund stehen. 

 

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. November 2018 um 16:50 Uhr.

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