Fernsehbild mit Fotos von Trump und Kim in Japan | Bildquelle: AP

USA und Nordkorea Die gefährlichste Krise - auch 2018

Stand: 16.01.2018 15:59 Uhr

Kein Konflikt auf der Welt ist so gefährlich wie der um Nordkoreas Atomprogramm. Während Machhaber Kim Atomwaffen als eine Art Lebensversicherung für sein Regime anstrebt, will die Trump-Regierung ein atomar bewaffnetes Nordkorea unter allen Umständen verhindern - notfalls auch militärisch.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Donald Trump ist nicht der erste US-Präsident, der mit Nordkorea zu tun hat. Schon Bill Clinton plante 1994 einen Militärschlag gegen Nordkoreas Nuklear-Reaktor, entschied sich dann aber doch dagegen. Der scheidende Präsident Barack Obama hatte Trump in seinem Übergabe-Gespräch gewarnt: Kein Konflikt sei so gefährlich wie der auf der koreanischen Halbinsel.

"Ihr habt das Problem verschleppt!", wirft Trump seinen Amtsvorgängern vor. Er dagegen werde nicht länger tatenlos zuschauen. Die bisherige "Ära der strategischen Geduld" sei vorbei.

Raketenabschuss, Cyberattacke oder Präventivschlag?

Anders als frühere US-Präsidenten schreckt Trump auch nicht vor verbalen Angriffen zurück. Nordkoreas Diktator nennt er einen "Raketen-Mann", der sich auf einer "Selbstmord-Mission für sich und sein Regime" befindet. Falls Nordkorea nicht von sich aus auf Atomraketen verzichte, seien auch militärische Lösungen nicht ausgeschlossen, betont Trump immer wieder.

Die möglichen Szenarien reichen vom Abschuss nordkoreanischer Raketen über Cyberangriffe bis hin zu einem massiven Präventivschlag, der Nordkoreas Führung und die Atomraketen gleichzeitig ausschalten soll.

Diplomatie statt Wahnsinn

James Mattis | Bildquelle: dpa
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"Unser Ziel ist nicht der Krieg", betont US-Verteidigungsminister Mattis.

Außenpolitische Experten in den USA halten dies für "Wahnsinn", wäre doch das Risiko durch nordkoreanische Gegenangriffe und Millionen von Opfern viel zu groß. Auch innerhalb der Trump-Regierung setzen sich Außenminister Rex Tillerson und Verteidigungsminister James Mattis für eine diplomatische Lösung ein. Mattis sagte:

"Unser Ziel ist nicht der Krieg, sondern die zuverlässig nachgewiesene und unumkehrbare Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel."

Die einzig realistische Option dafür - so außenpolitische Experten in Washington - bestehe in einer Doppelstrategie: immer härtere Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea und gleichzeitig diplomatische Verhandlungen. Darum will sich Außenminister Tillerson bei einem für Mitte Januar geplanten internationalen Treffen in Vancouver kümmern - gemeinsam mit den Außenministern von Kanada, Südkorea, Japan, Indien und Schweden.

US-Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster | Bildquelle: REUTERS
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US-Sicherheitsberater McMaster: Direkte Gespräche in weiter Ferne

Von direkten Verhandlungen mit Nordkorea sei man jedoch weit entfernt, sagte Trumps Nationaler Sicherheitsberater Raymond McMaster:

"Jetzt ist nicht die Zeit zu reden. Diese Verhandlungen enden oft in schwachen Vereinbarungen, die Nordkorea dann sofort verletzt. Die Atomprogramme sind so fortgeschritten, dass wir keine Zeit mehr haben, die gescheiterten Lösungsversuche von früher zu wiederholen."

Trump gefällt sich als "böser Polizist"

Bewusst lässt Trump offen, ob er die Diplomatie seines Außenministers unterstützt oder nicht. Nach einem früheren Vermittlungsversuch Tillersons twitterte Trump: "Verschwende Deine Zeit nicht mit dem Raketen-Mann!" Trump gefällt sich in der Rolle des "bösen Polizisten", der einen "großen Knüppel" in der Hand hält.

Selbst Trump-Kritiker räumen ein, nie zuvor habe China so eng und konstruktiv mit den USA zusammengearbeitet. Andere Experten warnen allerdings: Trumps ständige Drohkulissen und sein Finger am Atomknopf könnten schnell zu Missverständnissen und einer nuklearen Katastrophe führen.

Trump und Nordkorea - auch 2018 gefährlich
Martin Ganslmeier, ARD Washington
24.12.2017 09:49 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. Dezember 2017 um 05:45 Uhr.

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