Donald Trump hält seine Nominierungsrede im Weißen Haus. | JIM LO SCALZO/EPA-EFE/Shuttersto

Nominierungsrede Trump-Show vor dem Weißen Haus

Stand: 28.08.2020 08:54 Uhr

Das Land habe die Wahl - zwischen dem amerikanischen Traum und einem sozialistischen Programm. Wofür er stehen will, daran ließ US-Präsident Trump in seiner Rede zur Nominierung als Präsidentschaftskandidat keinen Zweifel.

Von Katrin Brand, ARD-Studio Washington

Ein großes Feuerwerk zum Abschluss des Parteitags: "Trump 2020" steht in blau-weiß-roten Buchstaben am nächtlichen Himmel von Washington.

Katrin Brand ARD-Studio Washington

Voller Dankbarkeit und mit grenzenlosem Optimismus akzeptiere er die Nominierung, sagte US-Präsident Donald Trump auf dem Rasen des Weißen Hauses vor rund 1500 jubelnden Anhängern - alle mit wenig Abstand und wenigen Masken. Die Botschaft des Präsidentschaftskandidaten: "Diese Wahl wird darüber entscheiden, ob wir den amerikanischen Traum verteidigen, oder es einem sozialistischen Programm erlauben, unser geliebtes Schicksal zerstören."

Trump brach mit den Regeln seines Amtes und nutzte die Kulisse des Weißen Hauses für den Kick-Off in die heiße Phase des Wahlkampfes. Er habe seine Versprechen gehalten, sich aus unfairen internationalen Abkommen zurückgezogen, er sei gegenüber China hart aufgetreten - und die Grenzen der USA seien sicherer als je zuvor.

Trump macht viele Versprechungen

Die Mauer zu Mexiko werde bald fertig sein, behauptete er, und sie funktioniere besser als erwartet. Seinen Anhängern präsentierte er sich als Bewahrer des Rechts, Waffen zu tragen, als Kämpfer gegen Abtreibung und für freie Schulwahl. Noch dieses Jahr werde es einen Impfstoff gegen das Coronavirus geben, und schon bald würden Amerikaner zum Mars reisen. Joe Biden, den Herausforderer von den Demokraten, beschrieb Trump als schwach, als trojanisches Pferd einer extremistischen Partei.

"Joe Biden mag behaupten, er sei ein Verbündeter des Lichts", sagte Trump, "aber wenn es um sein Programm geht, will er die Amerikaner komplett im Dunkeln halten". Die Demokraten, behauptete Trump, wollten die amerikanische "Großartigkeit" zerstören, Steuern erhöhen und Anarchisten freie Hand lassen.

Trump im Kreis seiner Vertrauten

Zum Abschluss des Parteitages stellten die Republikaner noch einmal Minister, Spitzenpolitiker aus Senat und Abgeordnetenhaus, begeisterte Anhänger und enge Vertraute des Präsidenten ins Schaufenster.

"Dad, Leute greifen dich an, weil du unkonventionell ist. Ich liebe dich, weil du echt bist und schätze dich, weil du kompetent bist", sagte Ivanka Trump, Tochter und Beraterin des Präsidenten.

Rudy Giuliani, der frühere Bürgermeister von New York, unterstützte den "Law-and-Order"-Kurs des Präsidenten. Die Black-Lives-Matter-Bewegung habe die friedlichen Proteste gekapert und in bösartigen Aufruhr verwandelt. "Es ist klar, dass eine Stimme für Biden und die Demokraten das Risiko erhöht, dass Sie diese Gesetzlosigkeit in Ihre Stadt, Ihren Vorort bringen", so Giuliani.

Vor dem Weißen Haus wurde Trumps Nominierungsfeier von Protesten begleitet. Hunderte demonstrierten und riefen "Black Lives Matter".

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 28. August 2020 um 11:00 Uhr sowie NDR2 um 12.00 Uhr.