US-Präsident Trump nimmt vor dem Weißen Haus die Nominierung der republikanischen Partei für eine zweite Amtszeit an. | AFP

Parteitag der Republikaner Donald Trump und das andere Amerika

Stand: 28.08.2020 05:45 Uhr

In einer Rede vor dem Weißen Haus hat US-Präsident Trump die Nominierung seiner Partei für eine zweite Amtszeit angenommen. Er nutzte die Bühne, um ein düsteres Bild Amerikas unter seinem Herausforderer Biden zu zeichnen.

Von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Ivanka Trump kündigte ihren Vater als Präsident des Volkes an. Jedenfalls hielt Donald Trump seine Rede - anders als Herausforderer Joe Biden - nicht allein vor einer Kamera, sondern vor Hunderten Gästen im Südgarten des Weißen Hauses.

Torsten Teichmann ARD-Studio Washington

Die kommende Wahl entscheide darüber, ob man den "American Way of Life" verteidigen könne oder er von einer radikalen Bewegung zerstört werde. Die Demokraten würden immer die wirtschaftliche, ethnische und soziale Ungleichheit im Land kritisieren, erklärte Trump. Aber warum wollten sie dann das Land führen, wenn sie es so zerstörten.

Trump will zehn Millionen Jobs in zehn Monaten schaffen

In einem Clip versprach die Trump-Administration, im Fall der Wiederwahl innerhalb von zehn Monaten zehn Millionen neue Jobs zu schaffen. Man werde in die Infrastruktur in den USA investieren - ein Vorhaben, dass Trump immer wieder versprochen hatte. Die USA sollen außerdem unabhängig von China werden.

Trump wurde am letzten Abend des virtuellen Parteitags als Präsident gezeigt, der auch ursprünglich demokratische Themen anpackt, wie eine zweite Chance für Straftäter oder eine dauerhafte finanzielle Unterstützung für traditionell schwarze Colleges. Bewohner von öffentlich finanzierten Apartmentblöcken in New York dankten Trump für zusätzliches Geld.

Ton für den Wahlkampf ist gesetzt

Gleichzeitig hielten die Republikaner bis zum Schluss ihre Warnung vor den US-Demokraten aufrecht. Der republikanische Mehrheitsführer im US-Senat, Mitch McConnell warnte, die Demokraten wollten der Polizei das Geld streichen und Amerikanern das Recht auf Waffenbesitz wegnehmen. Sie würden illegalen Einwanderern eine kostenfreie Gesundheitsversorgung garantieren, aber ungeborenes amerikanisches Leben nicht schützen.

Damit ist der Ton für den Wahlkampf gesetzt. Der beginnt traditionell nach Labour Day, also nach dem 3. September.

Über dieses Thema berichtete NDR2 am 28. August 2020 um 12:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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andererseits 28.08.2020 • 09:17 Uhr

Wer nichts zu bieten hat aus

Wer nichts zu bieten hat aus 4 Jahren Amtszeit außer Spaltung, Förderung von Armut und Rassismus, internationale Isolation, Beschimpfungen unabhängiger Medien, völligen Versagens in der Corona-Politik und kaum für möglich gehaltene hämische Beleidigungen und Entwürdigungen von Frauen, behinderten Menschen und Minderheiten, der hat natürlich nichts anderes zu bieten als absurde Zerrbilder des politischen Gegners: Das ist nichts anderes als der eigene b düstere Abgesang des jämmerlichsten POTUS, den das Land je hatte. Da hilft ihm auch nicht, als erster Präsident den Amtssitz Whitehouse für Wahlkampf zu instrumentalisieren.