US-Präsident Trump hält auf einer Pressekonferenz einen Bericht der New York Times in der Hand. | Bildquelle: REUTERS

Einfluss Russlands auf US-Wahl Trump-Team verklagt "New York Times"

Stand: 27.02.2020 08:21 Uhr

Das Trump-Wahlkampfteam hat die "New York Times" verklagt: Die US-Zeitung soll einen falschen Bericht veröffentlicht haben. Darin war die Rede von mutmaßlicher Wahlmanipulation Russlands im Jahr 2016.

Das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump geht juristisch gegen die "New York Times" vor - wegen eines Meinungsbeitrags zur Russland-Affäre des Präsidenten. Die Zeitung habe im vergangenen Jahr einen falschen Artikel veröffentlicht, in dem über eine mögliche Einmischung des Kremls zu lesen war, teilte die Rechtsberaterin Jenna Ellis der Kampagne "Donald J. Trump for President" mit. Deswegen hat das Team Klage eingereicht.

Die "New York Times" wollte sich zunächst nicht dazu äußern.

Trumps Team vermutet Verleumdung

Konkret gehe es um einen Bericht vom 27. März 2019, hieß es in er Mitteilung des Trump-Teams. Darin schreibe die "New York Times", dass das Wahlkampfteam von Trump eine umfassende Abmachung mit Russlands Präsident Wladimir Putin habe, um der demokratischen Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton zu schaden. Im Gegenzug sollte die US-Außenpolitik russlandfreundlicher werden.

Den Anfang sollte die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen machen. "Diese Aussagen waren und sind zu 100 Prozent falsch und verleumderisch." Die US-Zeitung sei sich dessen bewusst gewesen, habe sie aber dennoch veröffentlicht, um der Wahlkampagne absichtlich zu schaden. Zugleich habe die Zeitung ihre Wähler in die Irre geführt, so Trumps Team.

Eine Einmischung Russlands in den Wahlkampf war bereits Gegenstand einer Untersuchung des früheren US-Sonderermittlers Robert Mueller. Er war zu dem Schluss gekommen, dass es Verbindungen zwischen Russland und Trumps republikanischem Wahlkampfteam gegeben habe. Für einen verbrecherischen Komplott gab es aber nicht genügend Beweise.

Sorge vor weiterer möglicher Einmischung

Auch im aktuellen US-Präsidentschaftswahlkampf gibt es Befürchtungen, dass sich Moskau möglicherweise erneut einmischen könnte: Die US-Demokraten forderten am Dienstag von der US-Regierung "unverzüglich" Sanktionen gegen Russland. Auch hierüber berichteten die "New York Times" und die "Washington Post". Trumps Berater sprachen in diesem Fall ebenfalls von einer Falschmeldung. Der Kreml dementierte eine Einmischung.

Trumps Verhältnis zur Presse ist schon lange schwierig: Er bezeichnet gezielt einige Blätter unter anderem als "fake news" und wirft ihnen vor, "Feind des amerikanischen Volkes" zu sein. Besonders die "New York Times" beschuldigt er, gegen ihn voreingenommen zu sein.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Februar 2020 um 01:00 Uhr.

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