Donald Trump bei einer Veranstaltung im Ford Center in Evansville | Bildquelle: AP

Nach anonymen Vorwürfen Trump will den Namen des Autors

Stand: 07.09.2018 07:31 Uhr

Nach dem Gastbeitrag eines anonymen Regierungsmitarbeiters in der "New York Times" hat US-Präsident Trump die Veröffentlichung des Autorennamens gefordert. Unterdessen bringt eine US-Senatorin Trumps Absetzung ins Spiel.

Nach Enthüllungen eines anonymen, hochrangigen Regierungsmitarbeiters in der "New York Times" hat US-Präsident Donald Trump andere Reporter der Zeitung zu Recherchen über die Identität der Person aufgefordert. Vor Anhängern beteuerte er, seine Position sei nicht geschwächt - im Gegenteil.

Nach dem Meinungsbeitrag wird im Weißen Haus, aber auch im restlichen politischen Washington gerätselt, wer der Verfasser oder die Verfasserin sein könnte. In dem anonymen Artikel wurde Trump am Mittwoch mangelnde Selbstkontrolle sowie ein impulsiver und erfolgloser Führungsstil vorgeworfen.

"New York Times"-App auf einem iPhone | Bildquelle: AFP
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In einem anonymen Gastbeitrag, der in der "New York Times" erschien, spricht ein Regierungsarbeiter von Chaos im Weißen Haus.

Identität nur wenigen bei der "New York Times" bekannt

Der "New York Times"-Redakteur James Dao, der für die Veröffentlichung des Meinungsbeitrags zuständig war, bestätigte indes, nur wenigen Leuten der Zeitung sei die Identität des Schreibers bekannt. Ihm falle zudem kein Grund ein, warum bekannt gemacht werden sollte, um wen es sich handele.

Trump hatte gesagt, Name und Funktion im Weißen Haus müssten aus Gründen der nationalen Sicherheit offengelegt werden. "In dem Text ist nichts, das meiner Ansicht nach relevant für die nationale Sicherheit ist oder sie untergräbt", sagte Dao. Innerhalb der Zeitung sind die Abteilungen für Nachrichten und für Meinungsbeiträge streng getrennt. Daher heißt es in dem Nachrichtenartikel der "Times" über den Meinungsbeitrag auch, die üblicherweise für Nachrichten aus dem Weißen Haus zuständigen Reporter wüssten nicht, wer der Verfasser sei.

Wie Hunderte andere Nachrichtenreporter in Washington versuchen die Nachrichtenleute der "New York Times" nun, den Namen des Autors oder der Autorin herauszufinden. Falls ihnen dies gelingt, könnte die medienrechtliche Frage aufkommen, inwiefern die Zeitung in der Lage ist, vertrauliche Quellen zu schützen.

Impeachment gefordert

Unterdessen brachte die demokratische Senatorin Elizabeth Warren die Anwendung des 25. Verfassungszusatzes zur Absetzung des Präsidenten ins Spiel. "Wenn ranghohe Regierungsmitarbeiter der Meinung sind, dass der Präsident der Vereinigten Staaten nicht in der Lage ist, seinen Job zu machen, dann sollten sie den 25. Verfassungszusatz anwenden", sagte Warren dem Sender CNN.

Warren, die als potenzielle Kandidatin der Demokraten für die Präsidentschaftswahl 2020 gilt, zeigte sich alarmiert, dass ranghohe US-Beamte anonyme, aber vernichtende Kritik am Präsidenten übten, aber keine Konsequenzen entsprechend der Verfassung zögen. "Was für eine Krise haben wir hier, wenn ranghohe Beamte glauben, dass der Präsident seinen Job nicht machen kann, sich dann aber weigern, die Regeln anzuwenden, die in der Verfassung dargelegt sind?", sagte Warren. Beides gehe nicht.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. September 2018 um 20:00 Uhr.

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