Russlandaffäre

Sonderermittler Mueller will Trump befragen

Stand: 09.01.2018 01:24 Uhr

In den Ermittlungen wegen möglicher Kontakte zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland steht offenbar die Befragung des US-Präsidenten bevor: Wie US-Medien berichten, will Sonderermittler Mueller Trump persönlich anhören - und das schon bald.

US-Sonderermittler Robert Mueller will einem Zeitungsbericht zufolge bei seinen Untersuchungen der Russland-Affäre auch US-Präsident Donald Trump anhören. Mueller habe Trumps Anwälte über seine Pläne informiert, berichtete die "Washington Post" unter Berufung auf eine Person aus dem Umfeld von Trump. Der Präsident könnte in den nächsten Wochen befragt werden. Die Anzahl der Fragen solle beschränkt sein.

Mueller geht dem Verdacht nach, dass es während des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2016 geheime Absprachen zwischen Russland und Trumps Team gegeben haben soll. Die Regierung in Moskau und Trump weisen dies zurück.

Der Sonderermittler könnte auch Untersuchungen dazu anstellen, ob Trump oder manche seiner Vertrauten versucht haben könnten, die Justiz zu behindern. Der Verdacht gegen Trump basiert auf dem Rauswurf von FBI-Chef James Comey im vergangenen Jahr, der zur Russland-Affäre ermittelt hatte. Der Präsident begründete die Entlassung mit "dieser Russland-Sache".

Weißes Haus kommentiert Berichte nicht

Trumps Anwälte waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Das Weiße Haus lehnte eine Stellungnahmen zu den Berichten ab. Aus Respekt vor dem Sonderermittler kommentiere das Weiße Haus die Kommunikation mit dem Büro von Mueller nicht, teilte Trumps Anwalt Ty Cobb mit. Auch der Sprecher für den Sondermittler, Peter Carr, lehnte eine Stellungnahme ab.

Weiteren Medienberichten zufolge stünden Trumps Anwälte mit Vertretern des Sonderermittlers wegen einer Aussage von Trump selbst bereits seit Ende Dezember in Kontakt. Dabei sei über Ort und Länge einer Befragung, rechtliche Umstände und Alternativen wie ein schriftliches Interview gesprochen worden, berichtete der Fernsehsender NBC unter Berufung auf drei mit der Lage vertraute Personen.

Sonderermittler Mueller verklagt

Die Russland-Affäre belastete Trump bereits vor seinem Amtsantritt vor knapp einem Jahr. Im Raum steht die Frage, ob er oder Personen aus seinem Umfeld erpressbar sein könnten oder sich gesetzeswidrig verhalten haben. Anfang dieses Monats verklagte der Ex-Wahlkampfleiter von Trump, Paul Manafort, Mueller. Er überschreite mit seiner Untersuchung seine Autorität und müsse in die Schranken verwiesen werden.

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Sonderermittler Mueller will Trump befragen
Martin Ganslmeier, ARD Washington
09.01.2018 09:46 Uhr