Donald Trump und Theresa May begrüßen sich auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in London. | Bildquelle: REUTERS

US-Präsident Trump zu May "Sie haben viel Anerkennung verdient"

Stand: 04.06.2019 18:56 Uhr

Trump hat den Briten ein "phänomenales" Handelsabkommen versprochen und der scheidenden Premierministerin May Respekt gezollt. Bei Protesten richtete Labour-Chef Corbyn einen Appell an den US-Präsidenten.

Von Imke Köhler, ARD-Studio London

Diese Pressekonferenz war mit großer Spannung erwartet worden - nicht nur, weil davon auszugehen war, dass US-Präsident Donald Trump noch einmal Tacheles reden würde, sondern auch, weil es die letzte große Pressekonferenz von Theresa May als britische Premierministerin war. Gut zwei Stunden hatten die beiden Regierungschefs zuvor im Amtssitz Mays in der Downing Street 10 zusammengesessen.

Trumps Besuch in Großbritannien
tagesthemen 22:15, 04.06.2019, Alexander Westermann, ARD London

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Vor der Presse dann stellte Trump ein "großartiges" Handelsabkommen der beiden Länder in Aussicht: "Jetzt da Großbritannien sich auf den EU-Austritt vorbereitet, wollen wir ein phänomenales Handelsabkommen mit Großbritannien abschließen." Es liege ein gewaltiges Potenzial in einem solchen Handelsabkommen. "Es könnte das Zwei- bis Dreifache des aktuellen Volumens haben", sagte Trump.

Die Befürworter eines EU-Austritts haben auf ein solches Abkommen mit den USA immer große Hoffnungen gesetzt, um Einbußen beim Handel mit europäischen Ländern auszugleichen. Derzeit geht nahezu die Hälfte aller britischen Exporte in die EU.

Theresa May und Donald Trump vor Downing Street No. 10 mit Melania Trump und Philip May | Bildquelle: VICKIE FLORES/EPA-EFE/REX
galerie

May empfing Trump in der Downing Street 10, ihrem Amtssitz in London.

Erneute Forderung an NATO-Mitglieder

Trump betonte zudem die besonderen Beziehungen, die zwischen den USA und Großbritannien im militärischen Bereich bestünden. Er forderte bei der Gelegenheit einmal mehr, dass alle NATO-Partner das Beitragsziel umsetzen müssten. Trump erwartet von immer mehr Ländern, dass sie das Minimum von zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts beisteuern. "Um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen, müssen alle Mitglieder der Allianz ihren Verpflichtungen nachkommen. Sie haben keine Wahl. Sie müssen ihre Pflicht erfüllen", drängte Trump.

Von Journalisten auf Mays Brexit-Deal angesprochen, zollte Trump der Premierministerin Respekt. Ihr zugewandt sagt er: "Vielleicht bekommen Sie nicht die Anerkennung, die Sie verdient haben. Aber ich finde, Sie haben viel Anerkennung verdient. Das finde ich wirklich. Sie haben viel Anerkennung verdient."

Proteste gegen US-Politik

Draußen gab es zur selben Zeit Proteste gegen den US-Präsidenten. Sie blieben aber wesentlich kleiner als erwartet. Mit dabei war der Labour-Chef Jeremy Corbyn, der sich mit seiner Rede eindeutig von Trumps Politik abgrenzte, ohne diesen auch nur ein einziges Mal namentlich zu erwähnen.

Proteste gegen US-Präsident Donald Trump in London (Großbritannien) | Bildquelle: REUTERS
galerie

Demonstranten protestierten in London gegen Trump - hier mit einem Toastbrot, das das Konterfei des US-Präsidenten zeigt.

Corbyn, der häufig leise spricht, lieferte ein flammendes Plädoyer für Diversität, Frieden und Klimaschutz und endete mit einem Appell in Richtung US-Präsident: "So sage ich zu unserem Besuch, der diese Woche hier ist: Denken Sie noch mal nach über eine Welt des Friedens und der Abrüstung, über eine Welt, die die Werte unserer Völker würdigt. Die den Rassismus besiegt, die die Frauenfeindlichkeit besiegt. Die den Hass auf Religionen besiegt, den die rechten Politiker befeuern. Diese Politiker haben keine Antworten."

Demonstranten haben vor dem britischen Parlament in London einen sechs Meter großen Luftballon aufsteigen lassen, der Trump als quengelndes Baby in Windeln darstellt. | Bildquelle: AFP
galerie

Demonstranten haben vor dem britischen Parlament in London einen sechs Meter großen Luftballon aufsteigen lassen, der Trump als quengelndes Baby in Windeln darstellt.

Kein Treffen zwischen Trump und Corbyn

Die Tatsache, dass Corbyn auf der Anti-Trump-Demo aufgetreten ist, sorgte für Diskussionen. Schließlich ist nicht ausgeschlossen, dass er im Falle von Neuwahlen neuer Regierungschef werden könnte. Wie aber sollte dann künftig die besondere Beziehung, die "Special Relationship", zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten aussehen?

Trump, der zugab, Corbyn nicht zu kennen und mit ihm auch noch nie gesprochen zu haben, bezeichnete ihn als "negative Macht". Corbyn wollte Trump offenbar treffen, doch der US-Präsident lehnte dies ab. Stattdessen will er den britischen Umweltminister Michael Gove kennenlernen. Auch der hat seinen Hut in den Ring geworfen, um May im Amt als Partei- und Regierungschefin zu beerben. Ob damit ein Treffen zwischen Trump und Boris Johnson vom Tisch ist, ist unklar.

Trumps Staatsbesuch in GB - Pressekonferenz und Proteste
Imke Köhler, ARD London
04.06.2019 17:42 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Juni 2019 um 14:00 Uhr.

Korrespondentin

Darstellung: