Der ehemalige US-Verteidigungsminister James Mattis  | Bildquelle: REUTERS

Reaktionen auf Mattis' Rücktritt Abschied vom alten Stil

Stand: 21.12.2018 17:33 Uhr

Der Rücktritt von Verteidigungsminister Mattis offenbart die Brüche innerhalb der Trump-Regierung. Möglicherweise steht die US-Außenpolitik vor einer Neuausrichtung.

Von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Im US-Fernsehsender CNN läuft einer der engsten Berater von US-Präsident Donald Trump heiß. Steven Miller wird immer lauter. Dabei wollte die US-Administration nach dem Rücktritt von Verteidigungsminister James Mattis eigentlich versuchen, zu beruhigen.

"Der Präsident hatte ein großartiges Verhältnis zu Verteidigungsminister Mattis und dankt für dessen Dienste", sagt Miller. "Aber lasst uns über die großen Zusammenhänge sprechen: Alle, die hysterisch auf die Pensionierung von Verteidigungsminister Mattis reagieren, sind die gleichen Medien, die gleichen Politiker, die unsere Nation in einen Krieg im Irak getrieben haben, der sich als Katastrophe herausgestellt hat."

US-Verteidigungsminister Mattis tritt zurück
tagesthemen 23:25 Uhr, 21.12.2018, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

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"Ein dummer Fehler nach dem anderen" 

Miller spricht über die US-Militärinvasion im Irak 2003, die damals unter dem Vorwand lief, Diktator Saddam Hussein verfüge über Massenvernichtungswaffen. Er nennt Syrien, Afghanistan und Libyen. Ein dummer Fehler nach dem anderen, sagt Miller und fragt, wann sich die US-Amerikaner denn eigentlich verpflichtet hätten, in jedem Krieg zu kämpfen, an jedem Ort, auf jeder Seite, in jedem Konflikt auf der gesamten Welt?

Miller legt in Rage die Brüche innerhalb der Administration offen. Auf der einen Seite stehen Trump und dessen engste Berater, die den Abzug von US-Soldaten verlangen und internationale Bündnisse wie die NATO infrage stellen.

Auf der anderen Seite steht Verteidigungsminister Mattis. Der schreibt in seiner Rücktrittserklärung, seine Überzeugung, Verbündete mit Respekt zu behandeln, sei in über vier Jahrzehnten gewachsen. Die beiden Seiten passen nicht länger zusammen.

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Trumps Personalkarussell

Rauswurf, Rücktritt, Austausch: Seit dem Amtsantritt Trumps hat es in der US-Regierung viele Personalwechsel gegeben.

Donald Trump

Seit dem Amtsantritt Donald Trumps hat es im Apparat der US-Regierung viele Entlassungen, Personalwechsel und Rücktritte gegeben. Hier eine Auswahl: | Bildquelle: AP

Symbol für Stärke und Stabilität

Die oppositionellen US-Demokraten sprechen von Chaos. Verteidigungsminister Mattis war ein Symbol für Stärke und Stabilität in dieser Administration", sagt Senator Chuck Schumer. "Alle, die für Stabilität, Stärke und Wissen stehen, verlassen diese Administration: Stabschef Kelly, Verteidigungsminister Mattis, Sicherheitsberater McMaster." Die Trump-Administration befinde sich in Auflösung, will Schumer damit sagen.

Die Differenzen zwischen Verteidigungsminister Mattis und US-Präsident Trump reichen weit zurück. Mattis hatte sich gegen Trumps Forderung gestellt Transgender-Mitglieder vom US-Militär auszuschließen. Mattis lehnte den Wunsch nach einer Militärparade ab, den Einsatz des Militärs an der Grenze zu Mexiko und schließlich den Abzug von Soldaten aus Syrien.

 "Diplomatie funktioniert so nicht"

Auch aus Afghanistan sollen bis zu 7000 Soldaten abgezogen werden, fürchtet der Republikaner Adam Kinzinger. "Es sieht so aus, als ob der Präsident, der sich als harter Hund präsentiert und der den sogenannten IS zerstören möchte, aufgibt. Und dann diese Gerüchte über Afghanistan. In einer Zeit, in der wir mit den Taliban verhandeln sollten, signalisiert er womöglich einen Abzug. Diplomatie funktioniert nicht, in dem man die militärische Drohung zurückzieht. Aber in zwei Fällen, in nur zwei Tagen, ist genau das passiert."

 Neuausrichtung der US-Außenpolitik

Genau für diesen Bruch mit internationalen Verpflichtungen sei Präsident Trump aber gewählt worden, erklärt sein Berater. "Lasst uns unsere Sicherheit verteidigen, stellt Amerika an die erste Stelle, aber vergießt kein amerikanisches Blut, um die Feinde anderer Länder zu schlagen, wie es in Syrien der Fall ist", so Miller. 

Der Rücktritt von Verteidigungsminister Mattis steht womöglich für die endgültige Neuausrichtung der USA, wenn es um Verpflichtungen der internationalen Politik geht.

Reaktionen auf Rücktritt von Verteidigungsminister Mattis
Torsten Teichmann, ARD Washington
21.12.2018 16:19 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 21. Dezember 2018 NDR Info um 16:38 Uhr, die tagesschau um 17:00 Uhr und Inforadio um 17:09 Uhr.

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