Der scheidende US-Verteidigungsminister James Mattis und US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: REUTERS

Rücktritt von Verteidigungsminister Mattis Der "Erwachsene im Raum" geht

Stand: 21.12.2018 07:13 Uhr

In der US-Regierung gibt es den nächsten Rückzug: Verteidigungsminister Mattis hat seinen Rücktritt angekündigt. Die Meinungsverschiedenheiten waren offenbar zu groß - vor allem über den Abzug der US-Truppen aus Syrien.

Von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

Nur einen Tag nach Bekanntgabe des US-Truppenabzugs aus Syrien durch Präsident Donald Trump hat Verteidigungsminister Jim Mattis seinen Rücktritt angekündigt. Mattis' Rücktrittsbrief liest sich wie eine Zurückweisung von Trumps Außenpolitik. So betonte Mattis, wie wichtig internationale Kooperation sei. Die USA könnten ihre Interessen nicht effektiv verteidigen, wenn sie keine starken Allianzen hätten und ihre Alliierten nicht respektierten. Mattis schrieb, Trump habe das Recht auf einen Verteidigungsminister, dessen Ansichten mehr auf seiner Linie seien.

Trumps Sprecherin Sarah Sanders sprach zwar von "Respekt und Kooperation", sie machte aber auch klar: "Die Aufgabe des Nationalen Sicherheitsteams ist es, den Präsidenten zu beraten. Seine Aufgabe ist es, zu entscheiden. Er hat ein großes Team, damit er Anregungen von vielen bekommen kann." Es überrasche nicht, wenn es mal unterschiedliche Meinungen gebe. Das sei wichtig, um alle Sichtweisen zu bekommen, damit der Präsident gut informiert sei, wenn er seine Entscheidungen treffe, sagte Sanders.

Rücktritt von US-Verteidigungsminister Mattis
tagesschau 16:00 Uhr, 21.12.2018, Stefan Niemann, ARD Washington

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Immer größere Meinungsverschiedenheiten

Trump hatte Mattis zu Beginn seiner Amtszeit noch überschwänglich gelobt. In den vergangenen Monaten zeigten sich aber immer größere Meinungsverschiedenheiten. Mattis versuchte wiederholt, Trumps außenpolitische Entscheidungen abzumildern. So überzeugte er den Präsidenten zunächst, die Militäreinsätze in Afghanistan und Syrien zu verlängern.

Allerdings hat Trump nun die Geduld verloren: Medien berichten, der Präsident wolle die Truppenstärke in Afghanistan deutlich reduzieren. Erst am Mittwoch verkündete Trump den Abzug aus Syrien - gegen den ausdrücklichen Rat seines Verteidigungsministers.

"Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat", sagte der demokratische Senator Jack Reed bei CNN. "Der Präsident hat sich vom Verteidigungsminister immer weiter distanziert. Die Entscheidung war so falsch, so losgelöst von der Realität, dass Mattis nicht mehr im Amt bleiben konnte." Der Demokrat Mark Warner sagte, Mattis sei eine Insel der Stabilität im Chaos der Trump-Regierung gewesen.

Bedauern gab es auch bei Trumps Republikanern: Der republikanische Senator Marco Rubio sagte, die USA bewegten sich auf eine Serie schwerwiegender politischer Irrtümer zu, sie gefährdeten die Nation.

1/31

Trumps Personalkarussell

Rauswurf, Rücktritt, Austausch: Seit dem Amtsantritt Trumps hat es in der US-Regierung viele Personalwechsel gegeben.

Donald Trump

Seit dem Amtsantritt Donald Trumps hat es im Apparat der US-Regierung viele Entlassungen, Personalwechsel und Rücktritte gegeben. Hier eine Auswahl: | Bildquelle: AP

Mattis - eine besonnene und erfahrene Kraft

Mattis galt immer als einer der "Erwachsenen im Raum", als besonnene und erfahrene Kraft in Trumps Kabinett. Für viele Verbündete war er ein Stabilitätsanker.

Der Politikberater David Gergen arbeitete bereits für mehrere republikanische und demokratische Präsidenten. "Dieser Rücktritt führt uns näher an den Punkt, an dem die USA eine Quelle der Instabilität werden", sagte er. "Andere Länder schauen mit völliger Verblüffung zu uns, unsere Unberechenbarkeit bei unserem Einsatz für die Weltordnung, unseren Zusagen an die NATO und andere Allianzen."

Unterstützer des Präsidenten verwiesen auf seine Wahlkampfversprechen, die Truppen aus den Kriegsgebieten zurückzuholen. Der Wahlkampfslogan "America First" sollte auch bedeuten, dass sich die USA weniger in internationalen Krisen einmischen.

Bei "Fox News" sagte der frühere General Jack Keane: "Wir werden Jim Mattis' Führungsstärke vermissen. Aber Präsident Trump hat es geschafft, sich mit einem der stärksten Teams für Nationale Sicherheit zu umgeben, das ich jemals gesehen habe." Mattis sei ein wichtiger Teil des Teams gewesen, aber nicht der einzige, so Keane. "Ich habe Vertrauen, dass der Präsident einen fähigen Nachfolger finden wird, der seine Agenda unterstützt und ihm, wenn nötig, widerspricht." 

Verteidigungsminister Mattis hatte Widerspruch gewagt, immer wieder - am Ende macht Präsident Trump aber, was er will.

 

Mattis verlässt US-Regierung
Jan Bösche, ARD Washington
21.12.2018 06:35 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Dezember 2018 um 09:00 Uhr.

Korrespondent

Darstellung: