Melania und Donald Trump steigen aus der Air Force One | Bildquelle: REUTERS

Trump in Großbritannien Twitter-Tirade gegen Londons Bürgermeister

Stand: 03.06.2019 11:57 Uhr

US-Präsident Trump ist in London gelandet. Bei seinem Staatsbesuch will er sich unter anderem mit Königin Elizabeth II. und Premierministerin May treffen. Kurz vor der Landung legte sich Trump mit Londons Bürgermeister an.

US-Präsident Donald Trump ist zu seinem dreitägigen Staatsbesuch in Großbritannien eingetroffen. Er landete am Vormittag mit der Präsidentenmaschine Air Force One auf dem Londoner Flughafen Stansted. Mit dem Hubschrauber ging es dann ins Zentrum der britischen Hauptstadt weiter.

Audienz bei der Queen

Der Fokus heute liegt für Trump auf Zeremonien zu seinen Ehren. Zunächst werden er und seine Ehefrau Melania im Buckingham-Palast von Königin Elizabeth II. empfangen. Später legt das Präsidentenpaar einen Kranz am Grabmal des unbekannten Soldaten in der Westminster Abbey nieder.

Außerdem besuchen Trump und seine Frau Thronfolger Charles und dessen Frau Camilla zum Tee. Am Abend steht ein Staatsbankett im Buckingham-Palast auf dem Programm.

Treffen mit May geplant - und mit Johnson?

Trump besucht die britische Hauptstadt inmitten der Brexit- und Regierungskrise. Am Dienstag wird er mit Premierministerin Theresa May zusammentreffen, die wegen des Scheiterns ihres Brexit-Kurses am Freitag als Vorsitzende der Konservativen Partei zurücktritt.

Dabei soll es unter anderem um ein Handelsabkommen zwischen den beiden Ländern und den Umgang mit dem chinesischen Telekommunikationsriesen Huawei gehen.

Möglicherweise wird Trump auch mit dem früheren britischen Außenminister Boris Johnson und dem Brexit-Hardliner Nigel Farage zusammenkommen. Trump sagte vor seinem Abflug nach London: "Sie wollen sich treffen. Wir werden sehen, was passiert."

Proteste geplant

Vielen Briten gefällt allerdings nicht, dass Trump mit Pomp und militärischen Ehren empfangen wird. Während des Trump-Besuchs sind große Proteste in London geplant.

Bereits im Vorfeld der Reise sorgte Trump mit zwei Interviews für Aufsehen. Darin machte er deutlich, dass er im Rennen um Mays Nachfolge Johnson unterstützt und sprach sich indirekt für einen harten Brexit aus. Labour-Oppositionsführer Jeremy Corbyn warf Trump eine "inakzeptable Einmischung" in die inneren Angelegenheiten Großbritanniens vor.

Er empfahl der britischen Regierung auch, Farage in die Verhandlungen mit Brüssel einzubeziehen. Dieser habe "eine Menge zu bieten".

Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan | Bildquelle: REUTERS
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Londoner Bürgermeister Khan kritisierte den Staatsempfang für Trump.

Twitter-Attacke auf Londons Bürgermeister

Londons Bürgermeister Sadiq Khan kritisierte Trump am Sonntag in einer Zeitungskolumne. Er warf Trump vor, sich mit seinem Verhalten über die "Ideale hinwegzusetzen, auf denen Amerika gegründet wurde - Gleichheit, Freiheit und religiöse Freiheit". Trump sei zudem eines der "ungeheuerlichsten Beispiele" für die wachsende weltweite Gefahr durch die politische Rechte.

Daraufhin griff der US-Präsident den Labour-Politiker bei Twitter an. Dieser sei ein "Totalversager, der sich auf die Kriminalität in London konzentrieren sollte, nicht auf mich". Khan, "der nach allem, was man hört, als Bürgermeister von London eine schreckliche Arbeit geleistet hat", sei "fies" zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewesen, "dem bei weitem wichtigsten Verbündeten des Vereinigten Königreichs".

Khan erinnere ihn sehr stark an den "sehr dummen und inkompetenten" New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio, schrieb Trump in einem zweiten Tweet. De Blasio mache auch einen "furchtbaren Job", Khan sei aber nur "halb so groß" wie sein New Yorker Kollege, der bei der Präsidentenwahl im kommenden Jahr für die Demokraten gegen Trump antreten will.

Der US-Präsident fügte hinzu, dass er sich trotzdem sehr auf seinen Besuch in Großbritannien freue. Er wolle Großbritannien ein "guter Freund" sein.

Trumps Staatsbesuch in Großbritannien - Special Relationship
Imke Köhler, ARD London
02.06.2019 23:55 Uhr

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Mit Informationen von Imke Köhler, ARD-Studio London

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. Juni 2019 um 11:00 Uhr.

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