Recep Tayyip Erdogan und Donald Trump (Archivbild) | Bildquelle: AFP

US-Streit mit der Türkei Telefonat nach Twitter-Drohung

Stand: 14.01.2019 21:50 Uhr

Nach seiner Drohung hat US-Präsident Trump mit seinem türkischen Amtskollegen Erdogan telefoniert. Sie berieten auch über die Schaffung einer Sicherheitszone in Syrien. Anschließend zeigte sich Trump sehr optimistisch.

Nach seiner Drohung an die Adresse der Türkei zum Umgang mit den syrischen Kurden hat US-Präsident Donald Trump mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan telefoniert. Nach Angaben des Weißen Hauses betonte er, den USA sei es wichtig, dass "die Türkei die Kurden und andere Syrische Demokratische Kräfte nicht schlecht behandelt".

Erdogans Büro erklärte dagegen, die Türkei werde die YPG, die PKK und den IS weiterhin bekämpfen, weil sie eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstellten. Das Präsidialamt teilte aber mit, man habe über die Schaffung einer Sicherheitszone ohne Milizen im Norden Syriens beraten. Die beiden Staatsoberhäupter hätten die Notwendigkeit eines Plans für die Grenzstadt Manbidsch unterstrichen. Auch habe man vor dem Hintergrund des begonnenen Abzugs der US-Truppen aus Syrien über die weitere Zusammenarbeit gesprochen.

Eine Sprecherin des US-Präsidialamtes sagte, Trump habe erklärt, er wolle die Sicherheitsbedenken der Türkei berücksichtigen.

"Großes Potenzial"

Nach seinen Drohungen stellte Trump der Regierung in Ankara zudem jetzt engere wirtschaftliche Beziehungen in Aussicht. Es gebe ein "großes Potenzial für einen bedeutsamen Ausbau" der Zusammenarbeit. Darüber habe er mit Erdogan gesprochen.

Am Wochenende hatte Trump der Türkei noch im Falle eines Angriffs auf Kurden in Syrien mit "wirtschaftlicher Zerstörung" gedroht. Das wiederum rief Ärger und Verunsicherung in der Türkei hervor. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu bemühte sich, die Wogen zu glätten, und rief die USA auf, gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Zeitweise verlor die Lira - wohl aus Angst vor Sanktionen - leicht an Wert.

Differenzen über Umgang mit Kurden

Die USA wollen mit ihrem Abzug ihren langjährigen Verbündeten in Syrien Rückendeckung verschaffen. Das Weiße Haus hatte erst kürzlich erklärt, dass die kurdischen Milizen und die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) zum Sieg über die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien beigetragen hätten. Die Trump-Regierung fordert daher Sicherheitsgarantien für die Gruppen.

Die Türkei sieht in der syrisch-kurdischen YPG dagegen eine Terrororganisation und einen Ableger der verbotenen PKK. Ankara hatte angekündigt, eine Offensive gegen kurdische Verbände im Norden des Bürgerkriegslandes zu starten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 14. Januar 2019 um 21:00 Uhr.

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