US-Präsident Trump | Bildquelle: AP

Kurden in Syrien Trump droht der Türkei

Stand: 14.01.2019 07:28 Uhr

Was wird aus den Kurden im Norden Syriens? Nach dem US-Abzug könnten sie der Türkei ausgeliefert sein. Sollte Ankara die Verbündeten attackieren, würden die USA die Türkei "ökonomisch zerstören", drohte US-Präsident Trump nun.

Neuauflage im Streit über die Kurden: Mit einer Twitter-Drohung hat US-Präsident Donald Trump den Schutz der Kurden in Syrien gefordert. Im Falle eines türkischen Angriffs auf YPG-Kräfte kündigte er schwerwiegende wirtschaftliche Konsequenzen für die Türkei an. Sein Land würde die Türkei "ökonomisch zerstören", twitterte Trump. Was er damit genau meinte, ließ er offen. Zugleich warnte er die Kurdenmiliz davor, "die Türkei zu provozieren."

Die Antwort aus Ankara ließ nicht lange auf sich warten. Ein Sprecher des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan warnte die USA davor, sich auf die Seite von Terroristen zu schlagen. Ibrahim Kalin ermahnte Trump, die strategische Partnerschaft ihrer beiden Länder dürfe nicht von terroristischer Propaganda belastet werden.

Trump: IS von bestehender Basis aus attackieren

Die Türkei hält die YPG für einen Ableger der PKK. Diese bekämpft die Kurdenmiliz seit Jahren und befürchtet ein Erstarken nach dem angekündigten US-Abzug aus Syrien. Trump hatte im Dezember angekündigt, die 2000 US-Soldaten aus dem Norden des Bürgerkriegslandes abziehen zu wollen. Militärisches Material hat bereits die Region verlassen.

Trump hatte den Abzug damit begründet, dass der "Islamische Staat" geschlagen sei. Das "kleine verbliebene Territorium des IS-Kalifats" werde "hart und von vielen Richtungen aus getroffen". Sollte sich der IS neu formieren, "wird er von einer bestehenden nahen Basis aus erneut attackiert", schrieb Trump bei Twitter.

Trumps Sicherheitsberater John Bolton hatte bei seinem Besuch in der Türkei Garantien von Erdogan für die Sicherheit der Kurdenmiliz gefordert. Damit stieß Bolton aber auf scharfe Ablehnung.

Abzug nach drei Jahren Unterstützung

Für die unter Ex-Präsident Barack Obama eingeleitete Anti-IS-Kampagne hatten die USA etwa drei Jahre lang syrische Rebellen bewaffnet und beraten. Außerdem unterstützten US-Soldaten deren Militäraktionen aus der Luft. Mit der Abzugsankündigung verstörte Trump neben den syrischen Kurden auch Parteifreunde im US-Kongress. Pentagonchef James Mattis trat aus Protest zurück. Der demokratische Senator Jack Reed aus Rhode Island nannte Trumps Entscheidung einen "Verrat an unseren kurdischen Partnern".

Türkei warnt USA nach Trump-Tweet
Karin Senz, ARD Istanbul
14.01.2019 07:59 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 14. Januar 2019 NDR Info um 07:15 Uhr in den Nachrichten und Inforadio um 08:23 Uhr.

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