John C. Dorhauer von der United Church of Christ

US-Kirchenpräsident Harsche Worte gegen Trump

Stand: 08.11.2019 19:02 Uhr

Donald Trump diffamiere Einwanderer als Mörder, schränke Bürgerrechte ein - und sei gewählt worden, "weil er ein Rassist ist". Mit diesen Worten hat ein ranghoher Vertreter einer US-Kirche den Präsidenten kritisiert.

Der Präsident einer christlichen US-Kirche hat in scharfer Form Donald Trump und dessen Politik attackiert. "Donald Trump ist in meinem Leben der erste Politiker, der gewählt wurde, weil er ein Rassist ist", sagte John C. Dorhauer, General Minister und President der United Church of Christ, auf einem Treffen der Union Evangelischer Kirchen in Dresden.

"Amerika hat einen Präsidenten gewählt, der alles in sich vereinigt: Rassismus, Frauenhass und Homophobie." Über Jahrzehnte hätten Bürgerrechtler Siege errungen im Blick auf das Wahlrecht für Schwarze, das reproduktive Recht für Frauen und die Gleichstellung von Transsexuellen, sagte Dorhauer. "Das alles wird nun in atemberaubender Geschwindigkeit zunichte gemacht."

"Ein Mann, der vor laufender Kamera angab, eine Frau an ihren Genitalien begrapschen zu dürfen, weil er berühmt sei und sie es wollte, sollte zwei Wochen später amerikanischer Präsident sein", fügte Dorhauer hinzu.

Knapp 825.000 Mitglieder

Die United Church of Christ ist eine als reformiert geltende protestantische Kirche, die 1957 gegründet wurde. Sie hat eigenen Angaben zufolge knapp 825.000 Mitglieder.

Zum Vergleich: Die größte der lutherischen Kirchen in den USA, die Evangelical Lutheran Church in America, hat etwa 3,4 Millionen Mitglieder.

Die Union Evangelischer Kirchen in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist ein Zusammenschluss von zwölf evangelischen Landeskirchen. Ihr gehören unter anderem die Evangelische Landeskirche in Baden und die Evangelische Kirche im Rheinland an.

Einwanderer diffamiert

Dorhauer ergänzte auf dem Treffen, das amerikanische Narrativ sei "im Begriff, umgeschrieben zu werden". Einwanderer würden öffentlich als Mörder, Vergewaltiger und Drogendealer beschimpft. Muslime seien Terroristen genannt worden und Opfer eines zum ersten Mal in der US-Geschichte über eine ganze Religion verhängten Banns.

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