Donald Trump | Bildquelle: AFP

Brandbrief an Trump-Regierung Konzernchefs kritisieren Einwanderungspolitik

Stand: 24.08.2018 17:33 Uhr

Apple, Coca Cola, IBM: Die Chefs großer US-Konzerne haben vor den Folgen von Trumps Einwanderungspolitik für den Arbeitsmarkt gewarnt. Undurchsichtige Entscheidungen könnten Arbeitskräfte verschrecken, fürchten sie.

In einem offenen Brief haben die Chefs mehrerer großer US-Konzerne die Einwanderungspolitik der Trump-Regierung kritisiert. Durch die Maßnahmen und deren Umsetzung müssten viele tausend Beschäftigte befürchten, ihren rechtlichen Status zu verlieren, hieß es in dem Schreiben des Lobbyverbands Business Roundtable an die Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen. Dies könne auch das Geschäft der Unternehmen stark beeinträchtigen.

Unterzeichnet wurde das Schreiben unter anderem von Apple-Chef Tim Cook, Coca-Cola-Chef James Quincey, dem Chef der Investmentbank JPMorgan Chase, Jamie Dimon, und der IBM-Chefin Ginni Rometty. 

Apple-Chef Tim Cook | Bildquelle: APPLE HANDOUT/EPA-EFE/REX/Shutte
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Auch Apple-Chef Tim Cook schloss sich der Kritik an. Für viele US-Unternehmen spielen Mitarbeiter aus dem Ausland eine große Rolle.

Kritik an plötzlichen Regeländerungen

Besorgt sind die Unternehmen unter anderem über die Ankündigung, dass Ehepartner von Beschäftigen mit einem H1B-Visum für Beschäftigte mit speziellen Qualifikationen bald das Arbeitsrecht verlieren sollen. Da die Berechtigung in anderen Ländern üblich sei, könnte dies für Fachkräfte ein Anreiz sein, statt in die USA dorthin zu gehen.

Außerdem gebe es bei den Kriterien für die Gewährung von Arbeitsvisa undurchsichtige Änderungen. Die Unternehmenschefs warfen der Einwanderungsbehörde uneinheitliche Regeln vor, die schon dazu geführt hätten, dass Angestellten plötzlich eine zuvor auf Jahre erteilte Erlaubnis entzogen worden sei. In anderen Fällen sei die Erlaubnis für Ehepartner von legal Eingewanderten zurückgezogen worden.

"Aus Fairness gegenüber diesen Menschen und um Unternehmen unnötige Kosten und Komplikationen zu ersparen, sollte die US-Regierung nicht mitten im Prozess die Regeln ändern", forderten die Manager. Nur wenige Menschen würden mit ihren Familien in ein anderes Land ziehen, wenn die dortige Regierung plötzlich und ohne Angabe von Gründen ihre Ausreise verlangen könne.

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Höhere Hürden für Gewährung von Arbeitsvisa

Die Zahl unbesetzter Stellen in den USA habe mittlerweile angesichts des Fachkräftemangels "historische Höchststände" erreicht, warnten die US-Manager. Dies sei der falsche Zeitpunkt, um "Talenten" den Zugang zum US-Arbeitsmarkt zu verwehren.

Die Regierung von Präsident Donald Trump hatte als Teil ihrer verschärften Einwanderungs- und Einreisepolitik auch höhere Hürden für die Gewährung von Arbeitsvisa für Ausländer aufgestellt. Unter anderem in der Tech-Branche spielen hoch qualifizierte Mitarbeiter aus dem Ausland aber eine wichtige Rolle für die Unternehmen. Sie haben zum Teil beachtliche Karrieren hingelegt: So werden Google oder Microsoft aktuell von zwei Einwanderern aus Indien, Sundar Pichai und Satya Nadella, geführt.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 24. August 2018 um 07:36 Uhr.

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