Donald Trump bei einer Pressekonferenz in Hanoi | Bildquelle: REUTERS

Trump-Kim-Gipfel beendet Streit um Sanktionen verhindert Einigung

Stand: 28.02.2019 12:41 Uhr

"Es wäre keine gute Idee, etwas zu unterzeichnen": Nach dem abrupten Ende des Gipfels mit Nordkoreas Machthaber Kim sagte US-Präsident Trump, Kims Zugeständnisse bei der atomaren Abrüstung hätten nicht gereicht.

Auch das zweite Treffen von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist ohne Durchbruch geblieben: Beide Staatsmänner verließen den Gipfelort in Hanoi ohne gemeinsame Abschlusserklärung.

Während Kim sich mit seiner Delegation zurückzog, stellte sich Trump den Fragen der Presse. Der US-Präsident bemühte sich, den Eindruck zu zerschlagen, das Treffen sei nicht erfolgreich gewesen. Er zeigte sich betont ruhig, betont selbstverständlich. Kein böses Wort über Kim: "Wir hatten eine produktive Zeit", sagte Trump. Doch die Zeit sei noch nicht reif gewesen für ein gemeinsames Abkommen: "Wir hatten das Gefühl, dass es keine gute Idee wäre, etwas zu unterzeichnen". Es gebe "diese Lücke zwischen uns, aber mit der Zeit werden wir die schon überbrücken".

Vorzeitiges Ende des Gipfeltreffens zwischen Trump und Kim
tagesschau 12:00 Uhr, Sandra Ratzow, ARD Washington

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Streitpunkte Denuklearisierung und Sanktionen

Differenzen gibt es immer noch bei den Themen Denuklearisierung und Sanktionen. Kim habe verlangt, die wegen seines Atom- und Raketenprogramms verhängten Sanktionen "in ihrer Gesamtheit" aufzuheben, so Trump. Doch die dafür angebotenen Zugeständnisse reichten der US-Delegation nicht: "Sie waren bereit, einen großen Teil zu denuklearisieren (atomar abzurüsten), aber nicht da, wo wir es wollten", sagte Trump. Kim habe aber zugesagt, dass sein Land die Atomwaffentests nicht wieder aufnehmen werde.

Differenzen gab es auch über den Abbau der Atomanlagen in Nordkorea. Die US-Seite habe Kim aufgefordert, außer der Anlage in Yongbyon zur Anreicherung von Uran für Atomwaffen noch eine weitere Stätte an anderer Stelle zu schließen. "Ich denke, er war überrascht, dass wir darüber Bescheid wussten", sagte Trump.

"Wir mögen uns einfach"

Zum Abbruch des Treffens sagte Trump: "Manchmal muss man einfach gehen, und das war einer dieser Momente." Er versicherte, dass sein persönliches Verhältnis zu Kim weiterhin gut sei. "Wir mögen uns einfach". Es gebe eine "Wärme" in ihrer Beziehung, "und ich hoffe, dass das so bleibt".

Nach einem vorzeitigen Ende des Gipfels sah es lange nicht aus. Und wie Kim das Ganze bewertet, weiß bislang niemand. Am frühen Morgen jedenfalls wirkte der Nordkoreaner sehr zuversichtlich: "Ich habe das Gefühl, dass wir zu einer guten Einigung kommen werden", hatte er gesagt und unterstrichen, dass er Atomwaffen abbauen wolle.

Ursprünglich war für den Mittag (Ortszeit) eine gemeinsame Erklärung der beiden Staatsmänner geplant, doch kurz vor dem Termin teilte das Weiße Haus überraschend mit, es sei keine Einigung erzielt worden. Auch ein ursprünglich geplantes gemeinsames Mittagessen wurde von der Tagesordnung gestrichen.

Weitere Gespräche der Unterhändler

Auch das US-Präsidialamt sprach von einem "sehr guten und konstruktiven Treffen", bei dem es über verschiedene Möglichkeiten gegangen sei, wie der Abbau von Atomwaffen und die wirtschaftliche Entwicklung Nordkoreas erreicht werden könnten. Die Verhandlungsteams würden sich aber "in der Zukunft" wieder treffen, kündigte Trumps Sprecherin Sarah Sanders an.

Kim Jong Un und Donald Trump | Bildquelle: dpa
galerie

Trump sagte während des Treffens, es gebe "keine Eile", solange Nordkorea auf Atomwaffen- und Raketentests verzichte.

Die USA hatten wiederholt gefordert, dass Nordkorea sein Atomwaffenarsenal vollständig, unumkehrbar und nachprüfbar aufgibt. Die Führung in Pjöngjang fordert eine Aufhebung der wegen des nordkoreanischen Atom- und Raketenprogramms verhängten Sanktionen und einen Abzug der US-Truppen aus Südkorea.

Der Gipfel hatte am Mittwochabend mit einem kurzen Vieraugengespräch und einem gemeinsamen Abendessen begonnen. Zum ersten Mal waren Trump und Kim im vergangenen Jahr in Singapur aufeinander getroffen. Ob und wann es ein weiteres Spitzentreffen geben wird, ließ Trump offen: "Wir werden sehen, was passiert." Mittlerweile hat er Vietnam in Richtung USA verlassen.

Mit Informationen von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington, zzt. Hanoi

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. Februar 2019 um 12:00 Uhr.

Darstellung: