US-Präsident Trump winkt kurz vor seinem Abflug nach Vietnam aus der Air Force One. | Bildquelle: AFP

Vor Gipfel mit Kim Trump hofft auf "alles verändernden Frieden"

Stand: 26.02.2019 09:25 Uhr

Der erste Gipfel in Singapur zwischen Trump und Kim brachte wenig Greifbares. Das soll sich in Hanoi ändern, denn die Erwartungen sind groß: Am Ende soll möglichst ein Friedensvertrag stehen.

Von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

Zwei der ganz großen Punkte muss man so festhalten: nicht erledigt, alles beim alten. Nordkorea hat weiterhin Atomwaffen, und die amerikanischen Sanktionen gegen das Land sind nach wie vor in Kraft.

Überhaupt, nach dem letzten Gipfel im Juni vergangenen Jahres waren viele Beobachter überrascht, wie wenig Konkretes in den Vereinbarungen stand. Nur Absichten, Wünsche und etwas diplomatische Prosa. Und doch zeigt sich der US-amerikanische Präsident Donald Trump im Rückblick hoch zufrieden: "Es fliegen keine Raketen, es gibt keine Atomtests mehr. Wir haben die Überreste unserer großen Helden aus dem Koreakrieg zurückbekommen. Und wir haben unsere Geiseln zurück."

Drei amerikanische Staatsbürger wurden aus nordkoreanischen Arbeitslagern frei gelassen. Das wichtigste sei ihm aber, so Trump, dass er überhaupt das Gespräch in Gang gebracht habe. Durch ihn sei die Gefahr kleiner geworden. Jetzt freue er sich darauf, Kim Jong Un zu treffen. Sie hätten eine richtig gute Beziehung aufgebaut, was es nie vorher zwischen Kim oder seiner Familie und den Vereinigten Staaten gegeben habe.

Vor dem zweiten Gipfel zwischen Kim Jong Un und Donald Trump
tagesschau 20:00 Uhr, 26.02.2019, Sandra Ratzow, ARD Singapur zzt. Hanoi

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US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim reichen sich die Hand | Bildquelle: REUTERS
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Nach dem historischen ersten Treffen in Singapur zeigte sich Trump zufrieden mit den Ergebnissen.

Nordkorea hat weiter Nuklearsprengköpfe

Was aber lässt sich Konkretes festhalten? Nach unterschiedlichen Berichten soll Nordkorea einen Teil seiner nuklearen Forschungseinrichtungen stillgelegt haben. Rebecca Hersman, Direktorin für Nuklearfragen am CSIS, einem wichtigen sicherheitspolitischen Thinktank in Washington, glaubt, dass wahrscheinlich nichts von Bedeutung abgebaut worden sei. Nordkorea sei mit seiner Produktion von atomaren Waffen in den letzten Jahren vorangekommen. Man müsse von 30 bis 60 vorhandenen Sprengköpfen ausgehen.

Aber immerhin sei eine der Folgen der jetzigen Gespräche, dass keine Raketen- und Atomtests mehr stattgefunden hätten. Und das sei positiv. "Sowohl bei Waffenentwicklung als auch Transport hat die Testpause ihren Fortschritt verlangsamt", sagt sie. Auf der anderen Seite haben die USA ein mit Südkorea geplantes Manöver abgesagt, anscheinend ein dringender Wunsch von Kim.

Darüber hinaus wurde viel miteinander geredet, auf unterschiedlichsten hierarchischen Ebenen, bis hin zum Außenminister. Anscheinend wurde zum Beispiel darüber gesprochen, zukünftig wieder Diplomaten auszutauschen, ein Punkt der beim Treffen in Hanoi eine Rolle spielen könnte. Und Wirtschaftsbeziehungen wurden wohl ausgelotet.

"Viel Druck, etwas Greifbares zu bekommen"

Jetzt geht es in die zweite Gipfelrunde, und die Erwartungen sind hoch. Trump hat mit einem Vorabstatement die Messlatte für seine Verhandlungen mit Kim entsprechend gelegt: "Einen alles verändernden Frieden für die USA, die koreanische Halbinsel und die Welt". Und dann kommen in diesem Statement aber vor allem die amerikanischen Forderungen, mit dem Abbau der Atomwaffen an der Spitze.

Eines sei völlig klar, so Victor Cha, Politikwissenschaftler an der Georgetown University in Washington: "Da ist viel Druck, etwas Greifbares zu bekommen. Wenn wir nur das bekommen, was wir in Singapur hatten, eine Reihe von Statements, dann verlieren diese Gipfeltreffen ihren Sinn."

Sandra Ratzow, ARD Singapur, zu den Erwartungen an das zweite Gipfeltreffen
tagesschau 12:00 Uhr, 26.02.2019

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"Obama wäre in den Krieg gezogen"

Es geht Trump um Sicherheit für den Partner Südkorea, der leicht von nordkoreanischen Mittelstreckenraketen erreicht werden könnte. Es geht auch um die Sicherheit der USA, die eines Tages von Raketen aus Nordkorea getroffen werden könnten. Und es geht Trump darum, eine schwierige und teure sicherheitspolitische Baustelle aus der Welt zu schaffen.

Er erinnerte vor der Abreise nach Hanoi daran, wie die Situation vor zwei Jahren war: "Als ich ins Amt kam, habe ich mich im Oval Office mit Präsident Barack Obama getroffen. Ich habe ihn gefragt, was das größte Problem sei. Und er sagte, es sei mit Abstand Nordkorea. Ich kann nicht für ihn sprechen, aber ich glaube, er wäre gegen Nordkorea in den Krieg gezogen."

Touristen fotografieren sich vor einem Gipfel-Banner in Hanoi | Bildquelle: AFP
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Die Erwartungen an das Treffen in Hanoi sind groß - für die Stadt ist der Gipfel auch ein Prestige-Erfolg.

Südkoreas Erwartungen sind riesig

Was die USA in die Verhandlungen einbringen, ist das Druckmittel der Sanktionen. Und da sind zwei Versprechen für den Fall, dass man sich einig wird: Die Wirtschaftssanktionen abzubauen und Nordkorea zu helfen, eine eigene erfolgreiche Wirtschaft aufzubauen.

Alles, was zwischen Trump und Nordkorea verhandelt wird, betrifft auch und in erster Linie Südkorea. Dort ist das Interesse am Friedensprozess riesig, für die USA manchmal zu enthusiastisch und schnell, was ungewollten Druck ausübt. "Der Friedensprozess zwischen den beiden Koreas und ein Atomvertrag zwischen den USA und Nordkorea müssen parallel laufen", sagt der Politologe Scott Snyder. Und das sei derzeit nicht immer der Fall. Deshalb sei das Land, ebenso wie Japan, in die Vorbereitungen eingebunden.

Was konkrete Ergebnisse angeht, werden an zwei Stellen Fortschritte erwartet. Erstens, einen offiziellen Friedensvertrag zu vereinbaren oder zumindest vorzubereiten, denn technisch ist der Koreakrieg aus den 1950er-Jahren noch nicht beendet. Und zweitens gibt es Bestrebungen, dass die USA und Nordkorea wieder diplomatische Beziehungen aufnehmen. Vielleicht nicht sofort mit Botschaften, sondern zunächst mit ständigen Vertretungen in Pjöngjang und Washington.

Erwartungen der USA an den Gipfel mit Nordkorea
Arthur Landwehr, ARD Washington
26.02.2019 08:02 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 26. Februar 2019 um 07:20 Uhr.

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