Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un berührt US-Präsident Trump am Rücken. | Bildquelle: AFP

Rede an die Nation Trump nennt Termin für Treffen mit Kim

Stand: 06.02.2019 08:54 Uhr

US-Präsident Trump hat den 27. Februar als Termin für sein zweites Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim genannt. In seiner Rede an die Nation sagte Trump, er wolle ihn zum Verzicht auf seine Atomwaffen bewegen.

US-Präsident Donald Trump wird voraussichtlich am 27. und 28. Februar in Vietnam zu einem zweiten Gipfel mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zusammenkommen. Dies kündigte er in seiner Rede zur Lage der Nation im Kongress in Washington an. Bei dem Treffen wolle er sein Ziel weiterverfolgen, Kim zum Verzicht auf seine Atomwaffen zu bewegen und Frieden auf der koreanischen Halbinsel voranzutreiben.

Die Bemühungen seien Teil einer "mutigen neuen Diplomatie" der USA, sagte Trump. In seiner Rede begrüßte er den Annäherungskurs Nordkoreas. "Unsere Geiseln sind heimgekommen, Nukleartests haben aufgehört, und seit mehr als 15 Monaten gab es keinen Raketenstart", so Trump - und lobte sich selbst: "Wenn ich nicht zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt worden wäre, würden wir jetzt, meiner Meinung nach, in einem großen Krieg gegen Nordkorea stecken."

"Sicherheitsgarantien" zugesagt

Zwar gebe es noch viel Arbeit. Doch sei seine Beziehung zu Kim Jong Un gut. Bei ihrem ersten Gipfel im Juni in Singapur hatte Trump dem nordkoreanischen Machthaber für einen Verzicht auf Nordkoreas Atomwaffenarsenal "Sicherheitsgarantien" zugesagt.

Kim verpflichtete sich zugleich zur "vollständigen Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel". Doch gibt es noch immer keinen konkreten Fahrplan für eine Umsetzung einer Abrüstung.

Trump und Kim treten nach dem Essen aus der Tür des Capella Resorts | Bildquelle: AFP
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Trump und Kim im Juni vergangenen Jahres. Bei ihrem ersten Treffen in Singapur hatte Trump Kim für einen Verzicht auf Nordkoreas Atomwaffenarsenal "Sicherheitsgarantien" zugesagt.

Anhaltende Produktion von Nuklearmaterial

Erst vergangene Woche hatte US-Geheimdienstkoordinator Dan Coats vor dem Kongress erklärt, dass er nicht mit einer freiwilligen Abkehr Kims vom Atomwaffenarsenal rechne. Schließlich sehe der Machthaber darin ein Faustpfand für das politische Überleben der Führung in Pjöngjang. Und Sattelitenbilder, die seit dem Gipfel von Trump und Kim aufgenommen wurden, weisen auf eine anhaltende Produktion von Nuklearmaterial in nordkoreanischen Waffenfabriken hin.

Im Rahmen der Entspannungspolitik ließ Nordkorea amerikanische Gefangene frei, setzte Tests von Atom- und Langstreckenraketen aus und baute ohne Anwesenheit auswärtiger Experten nach eigenen Angaben ein Atomtestgelände und Teile einer Raketenstartrampe ab. Doch verlangte das Land wiederholt von den USA, im Gegenzug die Sanktionen zu lockern.

Deal für eine Inspektion und Demontage

Als Vorbedingung forderte Washington wiederum konkrete Schritte hin zur atomaren Abrüstung. So solle Nordkorea zunächst detailliert die Nuklear- und Raketenanlagen auflisten, die unter einem möglichen Deal für eine Inspektion und Demontage infrage kämen.

Bei einem zweiten Gipfel mit Trump dürfte Nordkorea aus Sicht von Experten mit dem Verweis auf die Zerstörung seines Hauptatomkomplexes Yongbyon auf US-Zugeständnisse pochen. So könnte Kim etwa eine formale Erklärung zum Ende des Koreakrieges von 1950 bis 1953 fordern, die Eröffnung eines Verhandlungsbüros in Pjöngjang und eine Erlaubnis für die Wiederaufnahme lukrativer Wirtschaftsprojekte mit Südkorea.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 06. Februar 2019 um 08:45 Uhr.

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