Brett Kavanaugh | Bildquelle: dpa

Nach Anhörungen Trump stellt sich hinter Kavanaugh

Stand: 28.09.2018 08:33 Uhr

Die Anhörungen im Senat waren kaum beendet, da meldete sich Trump: Der Auftritt Kavanaughs habe gezeigt, er sei der richtige Kandidat für den Supreme Court. Kavanaugh hatte die Vorwürfe der sexuellen Belästigung zurückgewiesen.

US-Präsident Donald Trump hat den Auftritt des Supreme-Court-Kandidaten Brett Kavanaugh vor dem US-Senat gelobt und sich klar hinter seinen Richterkandidaten gestellt. "Richter Kavanaugh hat Amerika genau gezeigt, warum ich ihn nominiert habe", schrieb Trump wenige Minuten, nachdem die Anhörung vor dem US-Senat zu den Anschuldigungen gegen Kavanaugh beendet war. "Seine Aussage war stark, ehrlich und fesselnd."

Die Strategie der Demokraten, die Ernennung des Richters für den Supreme Court zu verhindern, sei schändlich, beklagte der Präsident. Der Senat müsse nun über die Personalie abstimmen, verlangte Trump in seinem Tweet.

Die oppositionellen Demokraten haben große Vorbehalte gegen den erzkonservativen Richter und sehen eine Chance, dessen Bestätigung hinauszuzögern, bis sich nach den Zwischenwahlen am 6. November möglicherweise die Mehrheitsverhältnisse im Senat ändern.

Trump-Rückhalt hing an Anhörung

Die Nachbesetzung mit Kavanaugh könnte im obersten US-Gericht auf viele Jahre den Konservativen ein Übergewicht geben. Die Richter dort werden auf Lebenszeit ernannt.

Am Mittwoch noch hatte Trump Kavanaugh zwar weiter verteidigt, aber zugleich betont, falls er den Richterkandidaten für schuldig halte, könne er seine Meinung zu dessen Nominierung ändern. Mit Spannung war erwartet worden, wie Trump auf die Befragung vor dem Senatsausschuss reagieren würde.

Insgesamt drei Frauen hatten Kavanaugh sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Die Psychologie-Professorin Christine Blasey Ford wurde als einzige zu einer Anhörung geladen. Kavanaugh und Ford sagten am Donnerstag in einer fast neunstündigen Anhörung vor dem Justizausschuss des Senats zur Sache aus - in getrennten Befragungen. Ford wirft Kavanaugh vor, er habe vor mehr als 30 Jahren am Rande einer Schülerparty versucht, sie zu vergewaltigen.

Kavanaugh beklagt Kampagne

Ford bekräftigte dort ihre Anschuldigungen und setzte Kavanaugh damit unter Druck: Sie betonte, sie sei zu "100 Prozent" sicher, dass es Kavanaugh gewesen sei, der sie damals attackiert habe. Dieser wehrte sich in einem aggressiven und aufgebrachten Auftritt gegen die Vorwürfe. Er sei unschuldig und habe niemals jemanden sexuell belästigt.

Ford beschrieb detailliert, wie der betrunkene Kavanaugh in Anwesenheit einer seiner Freunde sexuell übergriffig geworden sei und seine Hand auf ihren Mund gelegt habe, um sie am Schreien zu hindern. "Es war schwer für mich zu atmen, und ich dachte, dass Brett mich versehentlich töten würde."

Opfer eine "kalkulierten" Kampagne

Kavanaugh kämpfte bei seiner Anhörung mehrmals mit den Tränen. Innerhalb von zehn Tagen seien seine Familie und sein Name wegen der Vorwürfe "vollständig und dauerhaft" zerstört worden, sagte er. Kavanaugh beklagte sich bitterlich über die Vorwürfe gegen ihn und warf den oppositionellen Demokraten vor, eine politische Kampagne gegen ihn zu fahren, um seine Ernennung zu verhindern.

Er bezeichnete den Verlauf seines Nominierungsverfahrens als eine "nationale Schande" und sich selbst als Opfer einer "kalkulierten und orchestrierten" politischen Kampagne. An seiner Bewerbung für das höchste US-Gericht will er festhalten. "Sie mögen mich in der Endabstimmung besiegen, aber sie werden mich nie dazu bringen, aufzugeben", sagte der aufgebrachte 53-Jährige an die Adresse seiner Gegner.

Kavanaugh fühlt sich als Opfer
tagesschau24 11:00 Uhr, 28.09.2018, Stefan Niemann, ARD Washington

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Trump hatte Kavanaugh im Juli als Richter am obersten Gericht der USA vorgeschlagen. Der Senat muss über die Personalie entscheiden.

Schwierige Entscheidung

Unterdessen wägen republikanische Senatoren ab, wie sie über Kavanaughs Nominierung abstimmen werden. Senator Jeff Flake aus Arizona sagte, nach Kavanaughs Anhörung handele es sich um eine schwierige Entscheidung.

Trump forderte eine Abstimmung des Senats über die wichtige Personalie. Ob es zu dem ursprünglich für heute geplanten Votum im Justizausschuss kommen wird, ist noch unklar. Der republikanische Ausschussvorsitzende Chuck Grassley sagte dem Nachrichtenportal "Politico" lediglich, dass ein Treffen am Morgen angesetzt sei.

Senatsausschuss wird wie geplant über Richter Kavanaugh abstimmen
Torsten Teichmann, ARD Washington
28.09.2018 08:23 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 28. September 2018 NDR Info um 06:08 Uhr und tagesschau24 um 11:00 Uhr.

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