Brett Kavanaugh  | Bildquelle: REUTERS

Missbrauchsvorwürfe Ford will zu Kavanaugh aussagen

Stand: 23.09.2018 10:06 Uhr

Die Professorin Ford hat zugesagt, im US-Senat zu ihren Missbrauchsvorwürfen gegen den Richterkandidaten Kavanaugh auszusagen. Die Anhörung wird am Donnerstag stattfinden, erklärten ihre Anwälte.

Eine Aussage zu den Übergriffsvorwürfen gegen US-Präsident Donald Trumps Richterkandidaten Brett Kavanaugh rückt näher. Die Anwälte von Christine Blasey Ford erklärten, sie hätten die Bitte des Justizausschusses im Senat für eine Anhörung ihrer Mandantin in der kommenden Woche akzeptiert. Ford werde ihre Kenntnisse über Kavanaughs sexuelles Fehlverhalten zur Verfügung stellen.

Die Anhörung werde am Donnerstag stattfinden, berichteten ihre Anwälte. Auch Kavanaugh solle zu dem Termin erscheinen, sagte eine Person, die namentlich nicht genannt werden wollte. Details zum Ablauf der Anhörung werden derzeit noch verhandelt. Dass Kavanaugh während der Aussage Fords den Raum verlassen müsse, sagte der republikanische Justizausschussvorsitzende Chuck Grassley aber bereits zu. Zudem sollten ihr Sicherheitskräfte zur Verfügung gestellt werden.

Kavanaugh bestreitet Vorwürfe

US-Präsident Trump hatte Kavanaugh als Richter für den Supreme Court vorgeschlagen. Der US-Senat muss die hochrangige Personalie bestätigen.

Ford wirft Kavanaugh vor, sie vor mehr als 30 Jahren während einer Hausparty in Maryland auf ein Bett gedrückt, sie begrapscht und versucht zu haben, sie auszuziehen. Kavanaugh streitet die Vorwürfe ab.

Glaubwürdigkeit Fords infrage gestellt

Trump hatte in mehreren Tweets die Glaubwürdigkeit Fords infrage gestellt und den beschuldigten Richter erneut in Schutz genommen. Auf Twitter schrieb Trump, er habe keine Zweifel: "Sollte der Angriff auf Dr. Ford wirklich so schlimm gewesen sein, wie sie sagt, hätten schon damals entweder sie oder ihre liebevollen Eltern Anklage bei den örtlichen Strafverfolgungsbehörden eingereicht."

Mit diesen Äußerungen hatte er heftige Proteste ausgelöst. Unter dem Hashtag #WhyIDidntReport solidarisierten sich Zehntausende Frauen und Männer mit Ford. Auf Twitter teilten sie ihre persönlichen Missbrauchserfahrungen mit und legten offen, warum sie diese nicht zur Anzeige gebracht hatten.

US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: AP
galerie

Trumps Äußerungen hatten für heftige Proteste gesorgt.

Über 130.000 Posts mit dem Hashtag

In einem Tweet, der über 3000 Mal geteilt wurde, schilderte die Schauspielerin Ashley Judd: "Das erste Mal, als ich vergewaltigt wurde, war ich sieben. Ich habe es den ersten Erwachsenen erzählt, die mir begegnet sind. Sie sagten: Oh, er ist ein netter alter Mann. Er hat es nicht so gemeint. Als ich mit 15 wieder vergewaltigt wurde, habe ich es nur meinem Tagebuch erzählt."

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell im Radio am 21. September 2018 um 20:51 Uhr.

Darstellung: