Donald Trump | Bildquelle: AP

Interview zum Nahostkonflikt Trump zweifelt an Israels Friedenswillen

Stand: 12.02.2018 08:39 Uhr

Bislang war von US-Präsident Trump wenig Kritisches über Israel zu hören. In einem Interview äußerte er nun aber Zweifel an Israels Interesse an einem Frieden im Nahen Osten - und warb gleichzeitig für eine Lösung.

US-Präsident Donald Trump hat Zweifel an dem Willen Israels geäußert, Frieden mit den Palästinensern schließen zu wollen. "Zurzeit würde ich sagen, dass die Palästinenser keinen Frieden machen wollen. Und ich bin nicht unbedingt sicher, dass Israel Frieden machen will. Also müssen wir sehen, was passiert", sagte er in einem Interview mit der israelischen Zeitung "Israel Hajom".

Trump machte deutlich, dass er sich von Israel Anstrengungen für eine Nahost-Friedenslösung wünsche. Die Beziehungen zwischen den USA und Israel seien "großartig", sagte er. Ein Frieden zwischen Israel und den Palästinensern würden sie aber noch "viel besser" machen.

Blick auf den Felsendom und Teile der Altstadt von Jerusalem | Bildquelle: AP
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Trumps Jerusalem-Entscheidung hatte für Unruhe im Nahostkonflikt gesorgt.

Deutlichere Kritik am Siedlungsbau

Deutlicher als in der Vergangenheit kritisiert Trump Israels Siedlungsbau: Dieser mache die Bemühungen um ein Friedensabkommen komplizierter. "Deshalb denke ich, dass Israel sehr vorsichtig mit den Siedlungen sein muss", so Trump.

Trump hat in der Vergangenheit seine Absicht bekundet, Israel und die Palästinenser zu einer "endgültigen Vereinbarung" zu bringen. In dem Zeitungsinterview zog er nun aber in Zweifel, dass derzeit überhaupt Verhandlungen zwischen den beiden Seiten möglich seien. "Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob wir überhaupt Gespräche haben werden", sagte er. "Wir werden sehen, was passiert, aber ich denke, es wäre dumm von den Palästinensern, und ich denke auch, es wäre dumm von den Israelis, wenn sie keine Einigung erzielen."

Anfang Dezember hatte Trump mit seiner Ankündigung, die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen und Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, für Unruhe im Nahostkonflikt gesorgt.

Mit Informationen von Eva Lell, ARD-Studio Tel-Aviv

Trump kritisiert beide Seiten im Nahostkonflikt
Eva Lell, ARD Tel Aviv
12.02.2018 08:10 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 12. Februar 2018 um 06:01 Uhr.

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