Ein US-Soldat im Irak macht ein Selfie mit Donald Trump und seiner Frau Melania. | Bildquelle: REUTERS

Präsident bei US-Soldaten Trump auf Truppenbesuch im Irak

Stand: 26.12.2018 22:02 Uhr

Es ist sein erster Besuch von US-Soldaten im Kampfgebiet seit Amtsantritt: Präsident Trump ist im Irak. Er habe keine Pläne, die Truppen aus dem Irak abzuziehen, versicherte er - und deutete neue Pläne für den Anti-IS-Kampf in Syrien an.

Überraschungsbesuch zu Weihnachten: US-Präsident Donald Trump ist zusammen mit seiner Frau Melania zu einem US-Truppenbesuch in den Irak gereist. Sie landeten auf der Luftwaffenbasis Al-Asad westlich von Bagdad. Dort traf der Präsident US-Soldaten und Führungspersonal der Armee. In einem ersten Statement sagte Trump, er habe "überhaupt keine Pläne", die US-Truppen aus dem Land abzuziehen. Die USA hatten mehr als 5000 Soldaten in den Irak geschickt.

Ein US-Soldat im Irak macht ein Selfie mit Donald Trump. | Bildquelle: REUTERS
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Eingekreist: Präsident Donald Trump bei den US-Truppen im Irak.

Der Irak als Basis für Anti-IS-Kampf?

Für den Präsidenten ist es in seiner Amtszeit der erste Besuch bei Kampftruppen im Ausland überhaupt - und er kommt zu einem bemerkenswerten Zeitpunkt. Vergangene Woche hatte der US-Präsident angekündigt, die US-Soldaten aus Syrien abzuziehen, weil die Terrormiliz "Islamischer Staat" besiegt sei. Auch über Rückzugspläne aus Afghanistan berichteten Medien. Die Verbündeten der USA sowie Trumps politisches Umfeld in Washington reagierten überrascht, Verteidigungsminister James Mattis trat zurück. Auch der US-Sondergesandte für den Kampf gegen die IS-Miliz, Brett McGurk, gibt seinen Posten früher ab als ursprünglich vorgesehen.

Jetzt sagte Trump, der Irak könne nötigenfalls weiter als Basis für US-Angriffe gegen den IS genutzt werden. Die USA würden so hart und schnell gegen den IS zuschlagen, dass dieser gar nicht begreifen werde, was überhaupt los sei.

"Wir sind nicht länger die Dummen"

Trump verteidigte seine Rückzugsentscheidung für Syrien erneut. "Wir sind nicht länger die Dummen, Leute", sagte er den Soldaten. Die US-Truppen in Syrien hätten die Aufgabe gehabt, den IS aus seinen militärischen Hochburgen zu vertreiben. Sie sollten aber nicht die syrische Nation neu aufbauen. "Vor acht Jahren sind wir für drei Monate dahin gegangen und nie abgezogen", sagte er. "Jetzt machen wir das Richtige und werden es beenden." Die Vereinigten Staaten könnten nicht weiter Weltpolizist sein.

Trump sagte, die Türkei habe zugestimmt, die Überreste des IS in Syrien zu vernichten. "Die Staaten der Region müssen es versuchen und mehr Verantwortung für ihre Zukunft übernehmen." Erneut versprach Trump einen geordneten Rückzug aus Syrien.

Instabile Lage im Irak

Ein US-Abzug aus Syrien dürfte sich auch auf den Irak auswirken. Dessen Armee hat zwar alle Städte und Dörfer des Landes wieder unter Kontrolle, nachdem vor etwa einem Jahr die letzten innerstädtischen Kämpfe zu Ende gegangen waren. Die militärische, politische, und wirtschaftliche Lage ist jedoch unsicher. Es kommt immer wieder zu Bombenanschlägen, Entführungen und Attentaten, die in der Regel dem IS zugeschrieben werden. Das Land verstärkt seine Grenztruppen, um das Einsickern von IS-Kämpfern zu verhindern, die in Syrien östlich des Euphrat noch Gebiete halten. Ministerpräsident Adel Abdul-Mahdi hat kürzlich erklärt, er könne auch Truppen nach Syrien schicken, um sein Land zu schützen.

Stopp in Ramstein

Auf dem Rückweg in die USA soll Trump übrigens Station in Deutschland machen - und das US-Militär auf dem Stützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein besuchen. Wann Trump dort landet, ist nicht bekannt.

Trump besucht US-Truppen im Irak: USA "kein Weltpolizist"
Sebastian Schreiber, ARD Washington
26.12.2018 22:52 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 26. Dezember 2018 um 21:00 Uhr.

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