Protestplakat in El Paso | Bildquelle: dpa

Trump in Dayton und El Paso Er wollte trösten, aber ...

Stand: 08.08.2019 09:29 Uhr

US-Präsident Trump wollte die Rolle eines Trösters spielen. Stattdessen lösen seine Besuche in Dayton und El Paso aber Diskussionen aus. Und via Twitter ist Trump ganz der Alte.

Es sollte ein Tag der Trauer werden, des stillen Gedenkens, der heilenden Wunden. Entsprechend hatte das Weiße Haus auch keinen öffentlichen Auftritt des Präsidenten vorgesehen.

Donald Trump und First Lady Melania besuchten in Dayton und El Paso Überlebende der Angriffe im Krankenhaus, wie das Weiße Haus berichtete. Das Paar habe Krankenhausmitarbeiter und Rettungskräfte getroffen und Zeit mit Verletzten und deren Familien verbracht, hieß es. Die meiste Zeit des Tages waren Reporter bei den Terminen nicht zugelassen.

Trumps kühler Empfang nach tödlichen Schüssen in El Paso
tagesschau 12:00 Uhr, 08.08.2019

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Trump müht sich um positive Darstellung

Doch im Anschluss an seinen Besuch in einem Krankenhaus in El Paso rangen die Reporter Trump ein paar Worte ab: "Diese Liebe und dieser Respekt für das Amt des amerikanischen Präsidenten. Ich wünschte, Sie hätten das miterleben können", schwärmte Trump.

Demonstranten fordern während des Besuchs von US-Präsident Trump das Verbot von Sturmgewehren. | Bildquelle: dpa
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Demonstranten fordern während des Besuchs von US-Präsident Trump das Verbot von Sturmgewehren.

Damit bemühte sich der US-Präsident, ein positives Bild von seinen Besuchen in Dayton und El Paso zu zeichnen. Dabei wollten die acht Patienten in El Paso, die noch im Krankenhaus behandelt werden, Trump offenbar nicht empfangen. Das berichtet die "Washington Post". Zudem warteten an beiden Orten Protestierende auf den Präsidenten. Tausende versammelten sich mit Bannern und Plakaten. Sie warfen Trump vor, mit hetzerischen Aussagen zu rassistisch motivierter Gewalt beizutragen.

Am Samstag hatte ein junger Mann in einem Supermarkt in El Paso 22 Menschen offenbar aus rassistisch Gründen getötet. In einem Pamphlet, das der Schütze von El Paso nach Erkenntnissen der Polizei vor der Tat online stellte, äußerte er sich ähnlich abwertend gegenüber Einwanderern aus Lateinamerika, wie Trump das getan hatte.

Keine 24 Stunden später erschoss in der Nacht zum Sonntag ein anderer Mann in Dayton neun Menschen. In diesem Fall ist das Motiv noch unklar. Trump schrieb aber auf Twitter, der Schütze habe seine politischen Rivalen Bernie Sanders und Elizabeth Warren unterstützt. Beweise dafür legte er nicht vor, bekräftigte diese Aussagen aber vor seiner Abreise nach Dayton.

Anfeindungen gegen Daytons Bürgermeisterin

In Dayton teilte Trump gegen seine Gastgeber aus. Bürgermeisterin Nan Whaley hatte es gewagt, bei Trump schärfere Waffengesetze anzumahnen. Dass er sie dafür anfeinden würde, sagte Whaley, habe sie nicht überrascht.

"Ich kenne ja Trumps Tweets", sagte sie, "Trump ist ein Rüpel und ein Feigling, aber im Namen der Bürger von Dayton musste ich das Thema Waffengesetze ansprechen." Dass Trump sich nicht zurückhalten konnte, das mochten auch seine Parteigänger nicht schönreden. "Ich stimme ja zu, dass ich das nicht gemacht hätte", räumte der ehemalige Senator von Pennsylvania, Rick Santorum, ein. Aber man kenne ja den Präsidenten: Wenn der sich angegriffen fühlt, hält er dagegen.

Es sollte ein Tag des Innehaltens und Gedenkens werden. Dass es anders kam, lag auch an Trump selber. Wie wenig Mühe er sich in der Rolle des Versöhners gab, bemerkte man an den Tweets, die er in den Pausen zwischen den Kondolenz-Terminen in die Welt sandte.

Zur Mittagszeit, als Trump vermutlich gerade im Flieger nach El Paso saß, machte er sich über den demokratischen Herausforderer Joe Biden lustig: "Schaue gerade dem schläfrigen Joe bei seiner Rede zu. So langweilig! Die Einschaltquoten und Klickzahlen werden mit diesem Typen abstürzen."

"Nicht glücklich über Trump-Besuch"

Viele in El Paso ignorierten den Besuch aus Washington auch einfach. Oder hielten eigene Gedenkveranstaltungen ab, so wie die demokratische Kongressabgeordnete Veronica Escobar in El Paso. "Wenn's ohnehin keine Gelegenheit für ein Gespräch gibt, dann will ich nicht einfach Statistin sein", meinte sie. Auch der Regierungspräsident von El Paso, David Stout, hielt sich mit Kritik nicht zurück: "Die Stadt trägt noch Trauer. Die meisten Einwohner waren nicht glücklich, dass Trump hier war!"

Mit Informationen von Sebastian Hesse, ARD-Studio Washington

Trump in El Paso und Dayton: Debatte nach den Besuchen
Sebastian Hesse, ARD Washington
08.08.2019 06:56 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. August 2019 um 04:57 Uhr und das Morgenmagazin um 05:38 Uhr.

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