Eisberge treiben zwischen schneefreien Bergen nahe Kulusuk bei Grönland auf dem Wasser. | Bildquelle: dpa

Trump will Grönland kaufen "Es ist ein großes Immobiliengeschäft"

Stand: 19.08.2019 01:14 Uhr

Wollen die USA wirklich Grönland kaufen? Der US-Präsident hat bestätigt, dass es zumindest "Gespräche darüber gab". Allerdings habe Grönland gerade keine Priorität. Dänemarks Regierungschefin reagierte eindeutig auf die Berichte.

Nachdem US-Medien über ein Kaufinteresse Trumps an Grönland berichtet hatten, hat sich der US-Präsident erstmals selbst dazu geäußert. Bei einem Pressestatement sagte er: "Das ist etwas, über das wir gesprochen haben." Das Konzept sei aufgekommen und er habe gesagt, dass es sicherlich strategisch interessant ist und die USA interessiert wären.

Zunächst müsse aber "ein bisschen" mit Dänemark über das Thema gesprochen werden, fügte Trump hinzu. Das Thema habe zudem für seine Regierung keine oberste Priorität. Auf die Frage, ob er ein US-Gebiet gegen Grönland eintauschen könne, sagte der Präsident, es sei vieles möglich. "Im Grunde genommen ist es ein großes Immobiliengeschäft", erläuterte der frühere Immobilienunternehmer.

Grönland koste Dänemark viel Geld, laut Trump jährlich 700 Millionen US-Dollar. "Und strategisch wäre es für die Vereinigten Staaten schön."

Zuvor hatte sein Wirtschaftsberater Trumps Interesse an einem möglichen Kauf Grönlands im US-Sender "Fox News" bestätigt. Der Präsident kenne sich gut mit Immobilienkäufen aus und "will sich das anschauen", sagte Larry Kudlow. "Sie haben viele wertvolle Rohstoffe." Er ergänzte, dass auch schon US-Präsident Harry Truman Grönland kaufen wollte.

"Hoffentlich nicht ernst gemeint"

Grönland ist mit seinen 56.000 Einwohnern autonom, gehört aber zum dänischen Königreich. Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen besuchte die Insel am Sonntag und betonte, dass Grönland nicht zum Verkauf stehe. "Ich hoffe inständig, das dies nicht ernst gemeint ist", sagte sie der Zeitung "Sermitsiaq" zu den Berichten. Zuvor hatte sich auch Dänemarks ehemaliger Premierminister Løkke Rasmussen geäußert. Er nannte Trumps Ansinnen einen verspäteten Aprilscherz - jedoch "zur falschen Jahreszeit".

Grönland ist etwa sechs Mal so groß wie Deutschland. Ein Großteil der Fläche ist ständig von Eis bedeckt. Für Washington könnte die größte Insel der Welt durch seine Lage in der Arktis, die Nähe zu Russland und wegen der dort vermuteten Bodenschätze strategisch bedeutend sein. Zudem betreiben die USA dort einen Luftwaffenstützpunkt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. August 2019 um 06:00 Uhr.

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