Christopher Krebs (Archivbild). | Bildquelle: AP

Haltlose Betrugsvorwürfe Trump feuert Chef für Cybersicherheit

Stand: 18.11.2020 02:33 Uhr

Der Chef der US-Behörde für Cyber- und Infrastruktursicherheit hatte letzte Woche erklärt, bei der Präsidentschaftswahl habe es keine Ungereimtheiten gegeben. Das widersprach den haltlosen Betrugsvorwürfen Trumps - der ihn deshalb nun feuerte.

US-Präsident Donald Trump hat den Leiter der für die Sicherheit der Wahl zuständigen Bundesbehörde entlassen. Die Aussage von Christopher Krebs, der für die Sicherheit der Präsidentschaftswahl am 3. November 2020 gebürgt hatte, sei "zutiefst inakkurat", teilte Trump ohne Beweise per Twitter mit.

Es habe "massive Unzulänglichkeiten und Betrug" gegeben hätte, auch Verstorbene hätten ihre Stimme abgegeben und in den Wahllokalen hätte es bei der maschinellen Stimmauszählung "Pannen" gegeben - allesamt Falschaussagen, die bereits von mehreren US-Gerichten abgewiesen wurden.

Twitter versah die Einträge des Präsidenten mit Warnhinweisen wegen dieser unbelegten Behauptungen. Trump weigert sich, seine Niederlage bei der Wahl einzugestehen und hat schon vor der Wahl ohne Grundlage von Wahlbetrug gesprochen. Krebs war von Trump als Direktor der Behörde für Cybersicherheit und Infrastruktursicherheit (CISA) ernannt worden.

Loyalität als wichtigste Job-Qualifikation

Nach der Wahl entließ Trump hochrangige Mitarbeiter, die er als nicht loyal genug ansieht. Verteidigungsminister Mark Esper feuerte er am 9. November, und ersetzte ihn anschließend kommissarisch mit seinem Verbündeten Christopher Miller.

Krebs war früher Manager beim Softwareunternehmen Microsoft. Er führte die Behörde CISA seit der Gründung im Zuge der russischen Einflussnahme bei der Präsidentschaftswahl 2016. Für die Koordinierung der Bemühungen auf Bundes, Staaten- und lokaler Ebene gegen Einflussnahme aus dem Aus- und Inland auf Wahlsysteme wurde Krebs parteiübergreifend gelobt.

Wegen großen Erfolgs: Trump feuert Wahlbeauftragten
Torsten Teichmann, ARD Washington
18.11.2020 07:20 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. November 2020 um 08:00 Uhr.

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