Omarosa Manigault Newman und Donald Trump bei Beratungen im Weißen Haus (Foto vom 1. Februar 2017) | Bildquelle: AP

Ex-Mitarbeiterin über Trump "Rassismus, Lügen, Unfähigkeit"

Stand: 14.08.2018 02:51 Uhr

Sie machte Wahlkampf für Trump, wurde Mitarbeiterin im Weißen Haus - ehe sie gefeuert wurde. Nun teilt Omarosa Manigault Newman in einem Buch aus - und bezeichnet Trump als "Rassisten".

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Eigentlich hat Donald Trump derzeit Urlaub. Und eigentlich gibt es wichtigere Themen, zu denen sich der US-Präsident äußern könnte. Doch am Tag vor der Buchveröffentlichung seiner früheren Mitarbeiterin Omarosa Manigault Newman twitterte sich Trump geradezu in Rage: "Bekloppte Omarosa. Die Leute im Weißen Haus haben sie gehasst. Sie war bösartig, aber nicht schlau."

Und in einem anderen Tweet nannte er die 44-jährige Afroamerikanerin, die er vor 15 Jahren in seiner Reality-TV-Show entdeckt hatte, "low life", was so viel wie "Abschaum" bedeutet.

Trump als "geistig rückständig" bezeichnet

Doch auch Omarosa teilte im Sender NBC aus. Viel zu lange habe sie Trump verteidigt. In Wirklichkeit sei er ein "Rassist". Jeden Tag belüge der Präsident das amerikanische Volk. Und seine Mitarbeiter verschwiegen der Öffentlichkeit, wie unfähig Trump sei, "wie geistig rückständig er ist. Wie schwierig es für ihn ist, komplexe Informationen zu verstehen. Wie er einigen der wichtigsten Themen für unser Land einfach nicht folgen kann."

Was Trump und das Weiße Haus besonders empört: Seine frühere Mitarbeiterin schnitt heimlich zahlreiche Gespräche im Weißen Haus mit, so wie es auch Trump bei Telefonaten gerne tut. So veröffentlichte Omarosa Teile ihres Vier-Augen-Gesprächs mit Stabschef John Kelly, als dieser sie im Dezember entließ - ein Gespräch, das im streng vertraulichen "Situation Room" stattfand, in dem keine elektronischen Geräte erlaubt sind.

Und - besonders peinlich für den Präsidenten - Omarosa veröffentlichte auch Trumps Beteuerungen, er habe nicht gewusst, dass sein Stabschef sie loswerden wolle: "Das wusste ich nicht. Verdammt! Ich mag es überhaupt nicht, dass Du gehst!"

Omarosa Manigault Newman geht hinter Donald Trump im Weißen Haus. | Bildquelle: dpa
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Gehen getrennte Wege: Omarosa Manigault Newman und Donald Trump (Foto vom 12.03.2017).

"Eklatante Missachtung der nationalen Sicherheit"

Trumps Sprecherin Sarah Sanders kritisierte die Mitschnitte ihrer früheren Kollegin Omarosa als "eklatante Missachtung unserer nationalen Sicherheit". Und Trumps Beraterin Kellyanne Conway warf ihr vor, sie versuche mit Lügen ihr Enthüllungsbuch zu pushen.

Tatsächlich gilt die einst hochrangigste und am besten bezahlte Afroamerikanerin im Weißen Haus nicht als besonders glaubwürdig. Allerdings bestätigt ihr Buch Schilderungen anderer Insider über Chaos und Intrigen im Weißen Haus und die Inkompetenz des Präsidenten.

"Die spinnen!"

Darin sieht auch Jeffrey Toobin, der Rechtsexperte des Senders CNN, die eigentliche Bedeutung des Buches: "Dies vermittelt uns einen Einblick, wie die Leute um Trump gegenseitig miteinander umgehen: Die spinnen!"

Dabei war Trump mit dem Versprechen angetreten, nur die "absolut Besten" in sein Umfeld zu holen, und nicht die "Zweit-, Dritt- oder Viertklassigen". Von den "absolut Besten", die Trump ins Weiße Haus holte, sind nach eineinhalb Jahren bereits mehr als die Hälfte gefeuert worden oder freiwillig gegangen. Kritiker sehen auch darin einen Beleg für Trumps mangelnde Führungskompetenz.

Enthüllungsbuch über Trump - Hochrangigste Schwarze im Weißen Haus rechnet ab
Martin Ganslmeier, ARD Washington
14.08.2018 00:09 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 14. August 2018 um 06:38 Uhr.

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