US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: REUTERS

Chef des "National Enquirer" Packt Pecker über Trump aus?

Stand: 24.08.2018 09:29 Uhr

Der Druck auf US-Präsident Trump in der Affäre um Schweigegeldzahlungen wächst. Auch der Chef des Boulevardblatts "National Enquirer", Pecker, soll bereit sein, mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten.

US-Präsident Donald Trump droht offenbar weiteres Ungemach: Der Chef des Boulevardblatts "National Enquirer" und Freund Trumps, David Pecker, hat sich US-Medienberichten zufolge im Gegenzug für strafrechtliche Immunität zur Zusammenarbeit mit den Ermittlern in der Affäre um Schweigegeldzahlungen an zwei mutmaßliche Ex-Geliebte des Präsidenten bereit erklärt.

US-Medienmogul David Pecker | Bildquelle: REUTERS
galerie

US-Medienmogul David Pecker will offenbar zu den Schweigegeldzahlungen aussagen.

Die Staatsanwaltschaft habe Pecker wegen Informationen über Trump und dessen Ex-Anwalt Michael Cohen Immunität verliehen, berichteten "Wall Street Journal", "Vanity Fair" und "New York Times" unter Berufung auf vertraute Kreise. Auch der Chefredakteur des "National Enquirer", Dylan Howard, soll Immunität erhalten haben. Pecker und Howard könnten demnach Beweise zu Trumps Wissen hinsichtlich der Zahlungen an die Pornodarstellerin Stormy Daniels und das Ex-"Playboy"-Model Karen McDougal liefern.

"Enquirer" soll Affäre mit Ex-Playmate vertuscht haben

Laut "Wall Street Journal" sollen Pecker und Howard in beide Schweigegeld-Deals involviert sein. Pecker habe sich mit den Ermittlern getroffen und ihnen Details zu den von Cohen arrangierten Zahlungen dargelegt. Dabei sei es auch um Trumps Wissen über den Deal gegangen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Mit Peckers Aussage hätten die Ermittler nun Erklärungen von mindestens zwei Personen, dass Trump von den Zahlungen gewusst habe, zitierte die Zeitung eine der Quellen.

McDougal hatte während des US-Präsidentschaftswahlkampfes 2016 die Exklusivrechte an ihrer Geschichte für 150.000 US-Dollar an den "National Enquirer" verkauft. Die Zeitschrift entschied letztlich, nicht über die angebliche Affäre zu berichten. Pecker, Chef des Medienunternehmens American Media Inc. (AMI), dem Mutterhaus des "Enquirer", soll Medienberichten zufolge nie vorgehabt haben, die McDougal-Geschichte zu veröffentlichen. Insofern könnte das Arrangement mit McDougal als Versuch gedeutet werden, die Affäre unter Verschluss zu halten. Diese Praxis ist in US-Medien als "Catch and Kill" bekannt.

Im Juli hatte Cohen einen Audiomitschnitt veröffentlicht, in dem er mit Trump über Pläne spricht, dem "Enquirer" die Rechte an McDougals Geschichte über eine angebliche Affäre abzukaufen. Dies sei nötig, befanden der Präsident und sein damaliger Anwalt, damit sich Trump nicht auf seine engen Bande zu der ihm gewogenen Boulevardzeitung verlassen müsse.

Cohens Aussage bringt Trump in Bedrängnis

Cohen bekannte sich am Dienstag schuldig, im Auftrag Trumps sechsstellige Summen an zwei Frauen gezahlt zu haben. Mit dem Geld sollte demnach vor der Wahl im November 2016 deren Schweigen über Affären erkauft werden, die sie angeblich vor Jahren mit Trump hatten. Ziel der Deals war laut Cohen, Schaden von seinem Mandanten abzuwenden und so den Wahlausgang zu beeinflussen. Dies wäre ein Verstoß gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung. Bei den beiden von Cohen namentlich nicht genannten Frauen soll es sich um Stormy Daniels und McDougal handeln.

Michael Cohen | Bildquelle: dpa
galerie

Trumps Ex-Anwalt Cohen hat Schweigegeldzahlungen an zwei Frauen gestanden.

Trump hat Affären mit Daniels und McDougal bestritten. Doch haben sich seine Äußerungen zur Frage, ob und wann er von den Deals mit den Frauen wusste, über Monate hinweg gewandelt. Im April dementierte der Präsident noch, jemals von einer Zahlung an Daniels erfahren zu haben. In einem Interview des Senders Fox News räumte er am Donnerstag ein, dass er "später" über die Sache im Bilde gewesen sei.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. August 2018 um 06:10 Uhr in der Sendung "Informationen am Morgen".

Darstellung: