Donald Trump vor einer Pressekonferenz im Trump Tower | Bildquelle: dpa

Treffen mit Geheimdienstchefs Trump will Programm gegen Cyberangriffe

Stand: 06.01.2017 21:53 Uhr

Der designierte US-Präsident Trump will nach seinem Amtsantritt ein Sofortprogramm gegen Hackerangriffe auflegen. Dass Cyberattacken Einfluss auf den Wahlkampf hatten, verneinte er aber auch nach einem Treffen mit den führenden Geheimdienschefs.

Der künftige US-Präsident Donald Trump will nach dem Regierungswechsel ein Sofortprogramm zur Abwehr von Cyberangriffen umsetzen. Dies solle in den ersten 90 Tagen seiner Amtszeit geschehen, sagte Trump nach einer Unterredung mit den Chefs mehrerer US-Geheimdienste in New York. An dem Treffen nahmen Geheimdienstdirektor James Clapper, CIA-Chef John Brennan und FBI-Direktor James Comey teil.

Auf das Ergebnis der Präsidentschaftswahl vom 8. November hätten solche Angriffe aber "absolut keine Auswirkungen" gehabt, sagte er. Trump erklärte lediglich, dass Russland, China und andere Länder "unablässig" versuchten, in die Datensysteme von US-Regierungsstellen, Unternehmen und Organisationen wie etwa der Demokratischen Partei einzudringen.

Trump: Hacking-Vorwürfe sind "Hexenjagd"

Noch kurz vor dem Briefing hatte er die Hacking-Vorwürfe als "Hexenjagd" bezeichnet. Trump hatte mehrfach Zweifel darüber geäußert, ob Russland wirklich für die Angriffe verantwortlich war, durch die vor der Wahl Interna aus dem Team seiner demokratischen Gegnerin Hillary Clinton nach außen gedrungen waren. Zudem hatte Trump die Arbeit der US-Geheimdienste generell in Frage gestellt und den Demokraten vorgeworfen, die ganze Affäre hochzuspielen, um von ihrer Niederlage abzulenken und seiner Präsidentschaft die Legitimation abzusprechen.

Die US-Geheimdienste hatten Russland offen beschuldigt, sich durch Cyber-Angriffe in den US-Wahlkampf eingemischt zu haben, um Trumps Siegchancen zu erhöhen. Clapper, Brennan und Comey wollten bei dem Briefing darauf eingehen, warum sich Russland ihrer Ansicht nach in das Präsidentschaftsrennen eingemischt hat. Die Informationen, die Trump erhalten sollte, sind geheim. Hochrangige Abgeordnete waren über einen entsprechenden Geheimdienstbericht in Kenntnis gesetzt worden, der scheidende US-Präsident Barack Obama bereits am Donnerstag.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 06. Januar 2017 um 21:55 Uhr.

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