US-Präsident Trump | Bildquelle: Oliver Contreras/POOL/EPA-EFE/Sh

Behandlung von Patienten Trumps ungewöhnliche Corona-Ideen

Stand: 24.04.2020 10:25 Uhr

US-Präsident Donald Trump hat sich mit ungewöhnlichen Ideen zur Behandlung von Corona-Patienten zu Wort gemeldet: Sonnenlicht als Therapie und gespritztes Desinfektionsmittel - Trump findet es "interessant".

Gemessen an absoluten Zahlen sind die USA am schwersten von der Corona-Pandemie getroffen. Mehr als 860.000 bestätigte Infektionen und etwa 50.000 Tote verzeichnet das Land. Und was macht der Präsident? "Ich bin hier, um Ideen zu präsentieren, weil wir diese Sache loswerden wollen" - so beschreibt US-Präsident Donald Trump seine Rolle in der Corona-Krise.

In seinem täglichen Pressebriefing überraschte er die Zuhörer nun mit zwei außergewöhnlichen Ideen: Sonnenlicht und gespritztes Desinfektionsmittel. Die Vorschläge sorgten prompt für Spott, unter anderem bei seinem mutmaßlichen demokratischen Herausforderer Joe Biden:

Regierungsberater spricht von "entstehenden Ergebnissen"

Bevor Trump laut über mögliche neue Behandlungsmethoden nachdachte, hatte ein US-Regierungsberater von "entstehenden Ergebnissen" eines Forschungslabors berichtet. Dort sei herausgefunden worden, dass Sonnenlicht das Virus auf Oberflächen und in der Luft abtöten könne.

Die Wissenschaftler des Labors in Maryland hätten einen ähnlichen Effekt auch bei höheren Temperaturen und höherer Luftfeuchtigkeit beobachtet. "Das Virus stirbt schneller nur von dem Kontakt mit höheren Temperaturen und Luftfeuchtigkeit", sagte Berater William Bryan. Die Untersuchung wurde aber bislang nicht veröffentlicht und muss noch von anderen Wissenschaftlern bewertet werden. Eine Schlüsselfrage dabei ist, welche Intensität und Wellenlänge das UV-Licht hatte und ob das Experiment die natürlichen Lichtverhältnisse im Sommer korrekt abbildete.

US-Regierungsberater Bryan mit Präsident Trump und Vize-Präsident Pence | Bildquelle: MICHAEL REYNOLDS/POOL/EPA-EFE/Sh
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US-Regierungsberater Bryan mit Präsident Trump und Vize-Präsident Pence

Trump nahm den Forschungsansatz dennoch als Vorlage und sinnierte auf der Pressekonferenz: "Mal angenommen, man könnte das Licht in den Körper bringen, was man durch die Haut oder auf andere Weise tun kann." Forscher wollten wohl auch diese Möglichkeit prüfen.

Der US-Präsident wurde von Reportern gefragt, ob es nicht gefährlich sei, die Leute glauben zu machen, sie seien in Sicherheit, wenn sie einfach nur raus in die Hitze gingen - mit Hinweis darauf, dass es gerade im "Sonnenstaat" Florida viele Corona-Tote gegeben habe. Seine Antwort: "Ich hoffe, die Menschen genießen die Sonne und wenn es eine Wirkung hat, ist das großartig." Es sei bloß ein "Vorschlag eines brillanten Labors von einem sehr, sehr klugen, vielleicht brillanten Mann".

"Wäre interessant, das zu prüfen"

Auch für Trumps zweite Idee lieferte Regierunsgberater Bryan die Vorlage: Dieser hatte zuvor erklärt, dass Bleich- und Desinfektionsmittel den Erreger Sars-CoV-2 zum Beispiel auf trockenen metallischen Flächen wie einer Türklinke rasch abtöteten. "Gibt es einen Weg, wie wir so etwas machen könnten - durch spritzen oder fast säubern? Wäre interessant, das zu prüfen", sagte Trump. Das sei natürlich Ärzten zu überlassen. "Aber es klingt für mich interessant."

Experten zufolge können Seife, Desinfektions- und Bleichmittel das Virus bei äußerer Anwendung - also beim Händewaschen oder Putzen - zuverlässig abtöten. Es gibt jedoch bislang keine nachweislich wirksamen Medikamente oder Techniken, die den Erreger in infizierten Patienten ausschalten können.

Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL im Hörfunk am 24. April 2020 um 16:26 Uhr.

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