US-Präsident Donald Trump aus seinem Krankenzimmer mit einer Videobotschaft. | via REUTERS

Corona-Infektion des US-Präsidenten Trump will Krankenhaus verlassen

Stand: 05.10.2020 21:38 Uhr

US-Präsident Trump will noch an diesem Montag das Krankenhaus verlassen, wo er wegen Covid-19 behandelt wurde. Er fühle sich sehr gut, so Trump auf Twitter. Seine Ärzte stimmten zu - Trump sei aber noch "nicht vollkommen über den Berg".

US-Präsident Donald Trump hat per Twitter seine Entlassung aus dem Krankenhaus noch für Montag um 18:30 Uhr (Ortszeit) angekündigt. Er werde sich von seiner Infektion mit dem Coronavirus weiter im Weißen Haus erholen, kündigte er an.

Der US-Präsident kam damit seinen Ärzten zuvor, die unmittelbar im Anschluss vor die Presse traten. Trumps Leibarzt Sean Conley bestätigte, dass der Präsident das Krankenhaus noch am Montag verlassen werde. Trumps Gesundheitszustand habe sich weiter verbessert, der 74-Jährige erfülle alle medizinischen Kriterien für eine Entlassung aus der Klinik. Der Präsident sei zwar noch "nicht vollkommen über den Berg", sagte Conley. Im Weißen Haus werde es aber 24 Stunden am Tag eine "medizinische Betreuung auf Weltklasse-Niveau" geben.

Der Arzt von US-Präsident Trump, Sean Conley, bei einer Erklärung vor dem Walter-Reed-Militärkrankenhaus in Bethesda nördlich von Washington | Chris Kleponis/POOL/EPA-EFE/Shut

Der Arzt des US-Präsidenten, Sean Conley, bei seiner Erklärung vor dem Walter-Reed-Militärkrankenhaus Bild: Chris Kleponis/POOL/EPA-EFE/Shut

"Habt keine Angst vor Covid"

Trump schrieb, er fühle sich wirklich gut: "Habt keine Angst vor Covid." Unter seiner Regierung seien "wirklich gute Arzneimittel" geschaffen und Erkenntnisse erzielt worden. "Ich fühle mich besser als vor 20 Jahren", so der 74-Jährige weiter. Man solle sein Leben nicht vom Coronavirus dominieren lassen.

Trump ist für seinen Umgang mit der Corona-Krise vielfach kritisiert worden. In den USA sind bisher fast 210.000 Corona-Infizierte gestorben, 7,4 Millionen Menschen haben sich insgesamt angesteckt. Das ist die weltweit höchste Zahl an Infektionen. Im Wahlkampf hatte Trump mehrere Veranstaltungen abgehalten, bei denen Hygiene- und Abstandsregeln nicht beachtet wurden.

Seine Corona-Infektion hatte der Präsident am Freitag bekanntgegeben und war keine 24 Stunden später per Helikopter ins Walter-Reed-Militärkrankenhaus in Bethesda nördlich von Washington gebracht worden. Am Wochenende gab es widersprüchliche Angaben zu seinem Gesundheitszustand.

Ansteckungen im Weißen Haus

Im und um das Weiße Haus sind inzwischen mehrere weitere Infektionen aufgetreten. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, schrieb auf ihrem Twitter-Account, ein Test am Morgen sei positiv ausgefallen, sie habe jedoch bislang keine Symptome. Die 32-Jährige erklärte, sie werde sich in Quarantäne begeben und von zu Hause aus arbeiten.

McEnany war in den vergangenen Tagen weiterhin ihrer Arbeit im Weißen Haus nachgegangen und hatte noch am Vortag ihrer Positiv-Testung mit Journalisten außerhalb des Weißen Hauses gesprochen. Dabei trug sie keine Maske. Sie erklärte nun, medizinische Experten des Weißen Hauses führten keine Medienvertreter als enge Kontakte auf. Zuvor hatte McEnany das Tragen einer Maske einmal als "persönliche Entscheidung" bezeichnet und immer wieder darauf verwiesen, regelmäßig getestet zu werden.

Laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters, die sich auf anonyme Quellen bezieht, wurden außerdem ein weiterer Mitarbeiter der Presseabteilung des Weißen Hauses und eine Mitarbeiterin der Kommunikationsstelle positiv auf das Coronavirus getestet.

Elf Infektionen in Trumps Umfeld

Insgesamt haben sich damit inzwischen elf Menschen im Umfeld des Präsidenten mit dem Virus infiziert, darunter die First Lady Melania Trump, die Präsidentenberaterin Hope Hicks, Trumps Assistent Nicholas Luna sowie sein Wahlkampfchef Bill Stepien. Auch Journalisten haben sich angesteckt.

Vermutet wird, dass eine Veranstaltung im Rosengarten des Weißen Hauses zur Verbreitung des Virus beigetragen hat. Dort wurde am Samstag vor einer Woche die konservative Juristin Amy Coney Barrett als Kandidatin für den freien Posten am Supreme Court vorgestellt. Mehr als 100 Menschen waren auf engem Raum versammelt, kaum jemand trug Maske oder hielt Abstand.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 05. Oktober 2020 um 22:36 Uhr.