US-Präsident Donald Trump auf einer Presse-Konferenz mit Virus-Experten. | Bildquelle: Chris Kleponis/POOL/EPA-EFE/Shut

Tägliche Pressekonferenz Trump stellt Corona-Briefings offenbar ein

Stand: 27.04.2020 03:48 Uhr

Am Wochenende hatte US-Präsident Trump seine täglichen Briefings zur Corona-Krise auf den Prüfstand gestellt. Seitdem herrscht Stille im Weißen Haus. Stattdessen teilt Trump weiter gegen die Medien aus.

Von Sebastian Hesse, ARD-Studio Washington

US-Präsident Donald Trump hat offenbar seine Drohung wahrgemacht und seine täglichen Corona-Briefings eingestellt. Am Freitag schon fiel die Pressekonferenz ungewöhnlich kurz aus und der Präsident ließ keine Fragen zu. Samstag und Sonntag fanden gar keine Briefings statt - zum ersten Mal, seit das Format Mitte März ins Leben gerufen wurde.

Eskalation nach Äußerung zu Desinfektionsmitteln

Auch von der Corona-Task Force war übers Wochenende erstmals nichts zu hören - und das zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Zahl der Infizierten in den USA der Million nähert und das Land fast 55.000 Corona-Tote zu beklagen hat.

Am Samstag hatte Trump in einem seiner Tweets verkündet, dass die Pressekonferenzen angesichts feindseliger Journalistenfragen die Zeit und den Aufwand nicht wert wären. Nach Trumps bizarrem Vorschlag, Menschen zum Schutz vor Covid-19 Desinfektionsmittel zu injizieren, hatte es in der vergangenen Woche massive Medienschelte für den Präsidenten gehagelt. Später behauptete er, bei der Bemerkung habe es sich um Sarkasmus gehandelt, um die anwesenden Reporter auf die Probe zu stellen.

Kritik auch an Fox News

Übers Wochenende eskalierte Trump seine Fehde mit den amerikanischen Medien weiter. Mit einer neuerlichen Twitter-Tirade feuerte er gestern aus allen Rohren gegen die angebliche Lügenpresse, die seine Erfolge nicht ausreichend würdigen würde. Er habe in den vergangenen dreieinhalb Jahren mehr zustande gebracht als jeder andere Präsident in der US-Geschichte, so Trump. Auch gegen seinen Haussender Fox News teilte der Präsident aus und empfahl seinen Anhängern, sich eine Alternative zu suchen.

Satireclip wird Internethit

Unterdessen lacht das Trump-kritische Amerika über einen Satireclip, in dem Hollywood-Star Brad Pitt den Virologen Dr. Anthony Fauci spielt, einen der wichtigsten Krisenberater Trumps. Das Video, das übers Wochenende zum Hit im Netz wurde, macht sich vor allem über Trumps Vorschlag mit dem Desinfektionsmittel lustig.

USA: Trump hat offenbar seine täglichen Corona-Briefings eingestellt
Sebastian Hesse, ARD Washington
27.04.2020 06:35 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 27. April 2020 um 07:02 Uhr.

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