US-Präsident Trump sitzt auf diesem vom Weißen Haus herausgegebenen Bild in einem Konferenzraum des Krankenhauses. | via REUTERS

Mit Corona infizierter US-Präsident Wohl besser, aber vor "wahrer Prüfung"

Stand: 04.10.2020 09:02 Uhr

US-Präsident Trumps Zustand hat sich nach dessen Angaben verbessert, auch sein Arzt gibt sich optimistisch. Anders schien der Stabschef des Präsidenten die Lage einzuschätzen. Er sprach von einem "besorgniserregenden Zustand".

Von Katrin Brand, ARD-Studio Washington

Es herrscht Konfusion um US-Präsident Donald Trumps Gesundheitszustand. Am Abend meldete er sich selber zu Wort, in einem vierminütigen Video aus dem Krankenhaus. Als er hierhergekommen sei, habe er sich nicht so gut gefühlt, sagte Trump. Jetzt fühle er sich sehr viel besser.

Katrin Brand ARD-Studio Washington

Alle arbeiteten hart, um ihn wieder zurückzubringen. In den nächsten paar Tagen komme wohl "die wahre Prüfung", so Trump weiter. Man werde sehen, was dann passiert. Damit bestätigte der Präsident, was den ganzen Samstag in Washington für Unruhe gesorgt hatte.

Stabschef spricht von "besorgniserregender Verfassung"

Trumps Ärzte hatten am Mittag milde Symptome wie Husten, verstopfte Nase und leichtes Fieber beschrieben. Sean Conley, Trumps persönlicher Arzt, wich aber wiederholt der Frage aus, ob der Präsident in den vergangenen Tagen mit Sauerstoff versorgt werden musste.

Trump hat, seit er im Krankenhaus ist, keinen Sauerstoff benötigt. Offenbar musste er aber noch im Weißen Haus damit versorgt werden. US-Medien verwiesen auf Trumps Stabschef Mark Meadows, der von einer besorgniserregenden Verfassung berichtete. Der Präsident sei noch nicht auf einem klaren Weg der Genesung.

Widersprüchliche Aussagen über Zeitpunkt der Infektion

Auch sonst hatte die Pressekonferenz für Verwirrung gesorgt. Trumps Arzt etwa sprach auch davon, dass die Diagnose der Covid-19-Erkrankung 72 Stunden zurückliege. Und ein weiterer sagte, Trump habe vor 48 Stunden eine Antikörper-Therapie erhalten. Das hätte bedeutet, dass der Präsident viel früher, womöglich am Mittwoch schon, von der Infektion gewusst hätte und nicht erst in der Nacht zum Freitag. Später hieß es aus dem Weißen Haus, die Ärzte hätten sich falsch ausgedrückt.

Wichtig ist diese Information, weil Trump in der Zwischenzeit weitere öffentliche Termine wahrgenommen hatte. Er selbst verteidigte seine vielen Auftritte: "Das ist das mächtigste Land der Welt, ich kann mich nicht in einem Zimmer unterm Dach einschließen."

Hotspot Rosengarten? 

Wo der Präsident und seine Frau sich angesteckt haben könnten, ist offen. Allerdings könnte die Vorstellung der Kandidatin für den Supreme Court, Amy Coney Barrett, ein Hotspot gewesen sein. Vorigen Samstag hatte Trump im Weißen Haus die Richterin präsentiert. Bei dem Termin hatten sich viele Menschen auf engem Raum getroffen, nur wenige trugen Maske.

Seither sind Trumps frühere Beraterin Kellyanne Conway, seine Mitarbeiterin Hope Hicks, sein Wahlkampfmanager Bill Stepien, der Präsident von Barretts Universität sowie mehrere Journalisten erkrankt oder positiv getestet worden.

Veranstaltung im Rosengarten des Weißen Hauses mit Donald Trump anlässlich der Nominierung Amy Coney Barretts | dpa

Zahlreiche Teilnehmer der Veranstaltung im Weißen Haus sind nun mit dem Coronavirus infiziert. Bild: dpa

Anhörung Barrets soll weiter stattfinden

Auch drei Senatoren der Republikaner infizierten sich. Der Senat beschloss deshalb, seine gesetzgeberische Arbeit bis zum 19. Oktober ruhen zu lassen. Die Anhörung der neuen Supreme-Court-Richterin soll allerdings in einer Woche beginnen, denn die Republikaner wollen unbedingt noch vor der Wahl abstimmen. Weitere Erkrankungen könnten allerdings die Mehrheit in Gefahr bringen.

Melania Trump geht es nach Angaben des Weißen Hauses gut, ihre Symptome haben sich nicht verschlechtert. Die First Lady ruhe sich aus und ist nicht im Krankenhaus.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 04. Oktober 2020 um 09:00 Uhr.

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Moderation 04.10.2020 • 12:26 Uhr

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