Tump bei Pressekonferenz in Washington | Bildquelle: Yuri Gripas/POOL/EPA-EFE/Shutter

Ausbreitung des Coronavirus Trump schimpft über China

Stand: 28.04.2020 06:58 Uhr

Ein Drittel der weltweit rund drei Millionen Corona-Fälle sind in den USA aufgetreten. Präsident Trump sieht sein Land dennoch auf dem richtigen Weg. Erneut griff er China an und drohte dem Land.

US-Präsident Donald Trump hat erneut China für den Ausbruch der Coronavirus-Pandemie verantwortlich gemacht. "Wir sind nicht glücklich mit China. Wir glauben, dass es an seinem Entstehungsort hätte gestoppt werden können. Es hätte ganz schnell eingedämmt werden können und damit hätte es sich nicht auf der ganzen Welt ausgebreitet", sagt Trump auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus.

Die USA führten "ernste Untersuchungen" gegen China durch, sagte Trump und sprach von Möglichkeiten, "sie zur Rechenschaft zu ziehen".

Verena Bünten, ARD Washington, zu Trumps Presse-Briefing
nachtmagazin 00:34 Uhr, 28.04.2020

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"Verwenden sie ihre Energie besser darauf, Leben zu retten"

Die US-Regierung bemängelt schon länger Chinas Umgang mit dem Coronavirus-Ausbruch, der Ende vergangenen Jahres in der chinesischen Stadt Wuhan begann und sich zu einer globalen Pandemie entwickelte. Zwischenzeitlich sprach Trump vom "chinesischen Virus", weil der Erreger erstmals in der chinesischen Millionenstadt Wuhan bei einem Menschen festgestellt worden war.

Vergangene Woche sagte Außenminister Mike Pompeo, die Vereinigten Staaten seien "fest davon überzeugt", dass die Regierung in Peking den Ausbruch nicht rechtzeitig gemeldet habe und verschleiert hätte, wie gefährlich die durch das Virus verursachte Atemwegserkrankung Covid-19 sei.

Die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Hua Chunying, erklärte, Pompeo solle aufhören, ein politische Spiel zu spielen. "Verwenden sie ihre Energie besser darauf, Leben zu retten." Das Krisenmanagement des Präsidenten wird von vielen Seiten scharf kritisiert.

Trump: USA haben das Schlimmste überstanden

In den USA sind rund ein Drittel der weltweit insgesamt drei Millionen Corona-Fälle aufgetreten. Die Johns-Hopkins-Universität verzeichnete am Montag weitere 1303 Todesfälle binnen 24 Stunden. Bisher sind in den USA mehr als 56.000 Menschen an Covid-19 gestorben.

Laut Trump haben die USA in der Corona-Krise das Schlimmste überstanden. Jeden Tag werde die Lage "besser". Die Strategie seiner Regierung, die Ausbreitung des Virus zu begrenzen, habe "zahllose Leben" gerettet, behauptete Trump. Laut seiner Aussage könnte die Totenzahl auf 70.000 steigen. Ursprüngliche Prognosen seien von deutlich mehr Toten ausgegangen, sagte Trump.

Wahlverschiebung? Für Trump Propaganda

Er sagte zudem eine "unglaubliche" wirtschaftliche Erholung seines Landes im kommenden Jahr voraus. Der Präsident wies den Verdacht seines voraussichtlichen Wahl-Herausforderers Joe Biden zurück, dass er eine Verschiebung der für Anfang November angesetzten Präsidentenwahl anstrebe. Er habe "nie" daran gedacht, den Wahltermin zu verschieben. Derartige Verdächtigungen seien "Propaganda". 

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. April 2020 um 00:34 Uhr.

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