Donald Trump | Bildquelle: REUTERS

Trump gegen Ex-Anwalt "Cohen hat Geschichten erfunden"

Stand: 23.08.2018 03:39 Uhr

US-Präsident Trump hat seinen früheren Anwalt Cohen der Falschaussage vor Gericht bezichtigt. Zuvor hatte Cohen den Präsidenten unter Eid schwer belastet. Mit Cohens Aussage steigt der Druck auf Trump.

US-Präsident Trump hat seinem früheren Anwalt Michael Cohen indirekt vorgeworfen, einen Meineid geleistet zu haben. Auf Twitter schrieb Trump, dass Cohen "Geschichten erfunden habe", um mit der Staatsanwaltschaft eine strafmindernde Vereinbarung in seinem Verfahren um Finanzbetrug auszuhandeln.

Das Wort "Justiz" setzte der Präsident in dem Tweet, der sich auch an seinen schuldig gesprochenen ehemaligen Wahlkampfmanager Paul Manafort richtete, in Anführungszeichen.

"Nichts zu Schulden kommen lassen"

Auch Trumps Sprecherin im Weißen Haus, Sarah Sanders, betonte, der Präsident habe sich nichts zu Schulden kommen lassen. Nur weil Cohen einen Deal mit der Staatsanwaltschaft eingegangen sei, bedeute das nicht, dass sich dadurch ein Verdacht gegen Trump ergebe.

Mittlerweile ist Cohen einem Medienbericht zufolge zu Ermittlungen über die Stiftung des US-Präsidenten vorgeladen worden. Die Staatsanwaltschaft von New York habe eine entsprechende Anordnung erteilt, meldete die Nachrichtenagentur AP.

Erst "im Nachhinein" von den Zahlungen erfahren

Unterdessen bestritt Trump in einem Fernsehinterview, kurz vor der Wahl 2016 Schweigegeldzahlungen an zwei Frauen veranlasst zu haben. Im Gespräch mit dem Fernsehsender Fox News sagte Trump, er habe von den Zahlungen erst "im Nachhinein" erfahren.

Es habe sich nicht um Geld gehandelt, dass aus den Wahlkampfkassen genommen worden sei. Deshalb sei auch keine Verletzung von Richtlinien für die Wahlkampffinanzierung zu erkennen, argumentierte der US-Präsident.

Cohen hatte den Präsidenten am Vortag vor einem Gericht in New York unter Eid schwer belastet: Trump habe ihn im Wahlkampf 2016 zu illegalen Schweigegeldzahlungen an frühere Geliebte angestiftet. Diese unerlaubten Zahlungen sollten Schaden vom Wahlkampf eines Kandidaten abwenden, sagte Cohen.

Hat Cohen kompromittierende Informationen über Trump?

Cohen galt lange als Trumps loyaler Anwalt. Nun bekannte er sich in acht Punkten schuldig, darunter Steuerhinterziehung und Falschaussage gegenüber einer Bank.

Mit seinem Geständnis steigt der juristische Druck auf Trump. Cohens Anwalt Lanny Davis deutete im Interview mit CNN an, dass sein Mandant wichtige Informationen über den Präsidenten liefern könne: "Ich glaube, dass er Informationen über Mr. Trump hat, die für Ermittler von Interesse sein könnten. Ich weiß, dass er die Wahrheit über Trump sagen will."

Über dieses Thema berichtete am 22. August 2018 NDR Info um 10:08 Uhr und die tagesschau um 12:00 Uhr.

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